Leapmotor bringt mit dem B10 ein batterieelektrisches Kompakt-SUV nach Europa – und greift direkt Modelle wie Škoda Elroq, Renault Scenic E-Tech und Co. an. Preise unter 50.000 Euro im kompakteren Segment wurden gefordert und Leapmotor liefert! Der Einstiegspreis liegt bei 29.900 Euro, die größere Batterie kostet 32.400 Euro. Klingt nach einem echten Preisbrecher, den bereits in der Serien ist viel dabei. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber auch: günstig ja – Reichweite jain.
Mit dem B10 steigt Leapmotor ins europäische C-SUV-Segment ein. Das Auto misst 4,52 Meter in der Länge, ist 1,66 Meter hoch und liegt damit ziemlich genau auf Augenhöhe mit Scenic Electric und Elroq. Der Radstand von 2.735 mm verspricht ordentliche Platzverhältnisse, das Kofferraumvolumen von 420 bis 1.300 Litern ist konkurrenzfähig. Zusätzlich gibt es einen 25-Liter-Frunk – nett. Praktisch: Die Vordersitze lassen sich komplett nach hinten umklappen, was Camping- oder Pausen-Fantasten freuen dürfte.
Antrieb und Akkus: solide Technik, enge Spreizung
Angetrieben wird der Leapmotor B10 ausschließlich über die Hinterachse. Der Elektromotor liefert 160 kW und 240 Nm, beschleunigt das SUV in 8,0 Sekunden auf 100 km/h und regelt bei 170 km/h ab. Keine Performance-Show, aber absolut alltagstauglich.
Interessanter wird es beim Thema Akku. Leapmotor setzt konsequent auf LFP-Chemie, was für Haltbarkeit und Kosten spricht, aber bei der Energiedichte Grenzen setzt. Zur Wahl stehen 56,2 kWh oder 67,1 kWh – die Differenz fällt überraschend klein aus.

Das Ergebnis:
- 361 km WLTP mit dem kleinen Akku
- 434 km WLTP mit dem größeren Akku
Für ein 4,5-Meter-SUV im Jahr 2026 ist das eher unteres Mittelfeld. Effektiv sehen wir beim kleineren Akku 300km und beim größeren 350km – im Sommer! Wir hoffen, dass wir euch in einem Test vom Gegenteil überzeugen und euch mehr realistische Kilometer liefern können.
Beim Laden sieht es besser aus. 11 kW AC sind serienmäßig, beim DC-Schnellladen sind 140 kW bzw. 168 kW möglich. Beide Akkus sollen 30–80 % in 20 Minuten schaffen. Rechnet man die Ladeleistung realistisch herunter, landet man bei etwa 1,4 bis 1,7 kWh pro Minute – solide Werte, aber kein Klassenprimus.
Ausstattung und Preise: viel Serie, klar gestaffelt
Leapmotor bietet den B10 in zwei Ausstattungslinien an: Life und Design. Schon die Basis ist erstaunlich komplett. Serie sind unter anderem ein 1,8 m² großes Panorama-Glasdach, 18-Zoll-Felgen, 360-Grad-Kamera, Wärmepumpe und ein umfangreiches Assistenzpaket. Für 30.000 Euro eine echte Ansage!

Die Design-Version legt nach mit Ledersitzen, Ambientebeleuchtung, Lenkradheizung, elektrisch verstell- und klimatisierten Sitzen sowie einer elektrischen Heckklappe.
Die Preise im Überblick:
- B10 Pro Life: 29.900 Euro
- B10 Pro Design: 32.400 Euro
- B10 Pro Max Design: 33.900 Euro
Acht Außenfarben stehen zur Wahl, darunter auch ein auffälliges Violett, das sich angenehm vom üblichen Grau-Schwarz-Weiß-Einheitsbrei abhebt. Die Garantie liegt bei 4 Jahren bzw. 100.000 km, der Akku ist mit 8 Jahren oder 160.000 km abgesichert.
Infotainment und Sicherheit: modern, aber mit einem Haken
Innen setzt Leapmotor auf ein 8,8-Zoll-Fahrerdisplay und einen 14,6-Zoll-Touchscreen mit Leap OS 4.0 Plus. Die Oberfläche ist frei konfigurierbar, kabelloses Laden gehört zum Serienumfang. Apple CarPlay und Android Auto sind seit Dezember 2025 OTA-Update kabellos.
Beim Fahrwerk setzt Leapmotor auf eine Mehrlenker-Hinterachse, entwickelt mit Unterstützung von Stellantis. Die angestrebte 50:50-Gewichtsverteilung klingt vielversprechend, ein Fünf-Sterne-Euro-NCAP-Rating ist geplant. 17 Assistenzsysteme und das serienmäßige 360-Grad-Kamerasystem runden das Sicherheitskonzept ab.
Unterm Strich: Preis-Leistungs-Ansage
Der Leapmotor B10 ist kein Blender. Er bietet viel Ausstattung fürs Geld, solide Ladezeiten und moderne Technik. Der niedrige Einstiegspreis ist eine klare Kampfansage an etablierte Hersteller. Besonders spannend wird der Vergleich mit dem bald erscheinenden ID.Cross, der im gleichen Größen- und Preissegment mitmischen wird.
Für preisbewusste Käufer mit Fokus auf Alltag und Stadt-Umland-Pendeln ist der B10 bereits heute ein ernstzunehmender Kandidat, der sich nicht zu verstecken braucht.

