MAN Truck & Bus hat im Geschäftsjahr 2025 seinen Absatz gesteigert und zeigt, dass Elektromobilität auch im schweren Nutzfahrzeugbereich zunehmend Wirkung entfaltet. Insgesamt lieferte der Hersteller rund 101.600 Neufahrzeuge aus, ein Plus von knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr – trotz eines weiterhin schwachen europäischen Truckmarkts.
Gesamtmarkt: Wachstum gegen den Trend
Der europäische Lkw-Markt blieb 2025 angespannt. In Deutschland bewegte sich die Nachfrage laut MAN auf einem Niveau, das mit den Corona-Jahren vergleichbar ist. Umso bemerkenswerter ist der Zuwachs im Gesamtabsatz. MAN profitiert dabei von einer breiteren Aufstellung über mehrere Segmente hinweg und vom wachsenden Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge.
Lkw: eTruck gewinnt an Bedeutung
Im klassischen Truck-Segment blieb der Absatz mit rund 63.300 Einheiten nahezu stabil und lag nur leicht unter dem Vorjahreswert. Deutlich dynamischer entwickelte sich dagegen das Elektrogeschäft. Mit dem Start der Serienproduktion des eTruck im Jahr 2025 setzte MAN über 620 vollelektrische Lkw ab. Das ist noch kein Massenmarkt, zeigt aber klar, wohin die Reise geht – vor allem bei Flotten mit klaren Dekarbonisierungszielen.
Busse: Elektroantrieb als Wachstumsmotor
Besonders stark fiel die Entwicklung im Bussegment aus. MAN steigerte den Absatz um knapp 49 Prozent auf über 7.000 Fahrzeuge. Haupttreiber waren auch hier die batterieelektrischen Modelle. Elektrobusse für den Stadtverkehr legten um mehr als 118 Prozent zu und erreichten mit über 1.300 Einheiten einen neuen Höchstwert. Elektrifizierung ist im ÖPNV inzwischen kein Pilotprojekt mehr, sondern wird zunehmend zum Standard.
Vans: starkes Jahr im leichten Segment
Auch im Van-Segment konnte MAN zulegen. Mit über 31.300 ausgelieferten Fahrzeugen erreichte der Hersteller einen neuen Bestwert und steigerte den Absatz um mehr als 13 Prozent. Das Segment profitiert von stabiler Nachfrage im Liefer- und Handwerksbereich und ergänzt das schwere Nutzfahrzeuggeschäft sinnvoll.
Einordnung: Elektromobilität trägt, aber noch nicht allein
MANs Zahlen zeigen ein klares Bild. Batterieelektrische Fahrzeuge sind inzwischen ein relevanter Wachstumstreiber, gleichen aber noch nicht vollständig die Schwäche im klassischen Truckmarkt aus. Besonders bei Bussen und leichten Nutzfahrzeugen ist die Elektrifizierung bereits deutlich weiter als im Fernverkehr.
Für MAN ist 2025 dennoch ein wichtiges Signaljahr. Der Hochlauf des elektrischen Portfolios funktioniert, die Nachfrage zieht an und die Abhängigkeit vom zyklischen Truckmarkt nimmt langsam ab. Entscheidend wird sein, wie schnell Ladeinfrastruktur, Förderbedingungen und Total Cost of Ownership den nächsten Skalierungsschritt ermöglichen.

