Na also DAS kann sich ja Mercedes nun nicht gefallen lassen. Dass BMW mit dem neuen i3 hier so eine Welle macht, das geht ja mal gar nicht. Und so zaubert Mercedes „einfach mal“ die neue, elektrische C-Klasse aus dem Hut und bietet damit auf dem Papier eine Alternative zur elektrischen Limousine aus München.
Mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 94,5 kWh und einer WLTP-Reichweite von bis zu 762 Kilometern positioniert sich die neue elektrische C-Klasse (selbstverständlich) im oberen Bereich der Mittelklasse. Die Ladeleistung beträgt dank 800-Volt-Architektur bis zu 330 kW, wodurch sich der Akku in rund 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen lässt. Rechnerisch entspricht das etwa 3,0 kWh pro Minute beziehungsweise einer Reichweitennachladung von bis zu 24,2 Kilometern pro Minute unter optimalen Bedingungen. Optional ist gegen Aufpreis (rund 660 Euro) ein Konverter zum 400-Volt-Laden zu haben, wobei dann maximal etwa 100 kW erreicht werden. Die Rekuperation kann mit bis zu 300 kW Energie zurückgewinnen. Die Stärke der Schubrekuperation lässt sich über Lenkradwippen einstellen.
Mehr News:
- VW ID.3 Neo: Zwischenstufe zum Golf.ID offiziell vorgestellt
- Cupra Raval: Schicker Elektro-Kleinwagen offiziell vorgestellt
- MGS6 EV: Viel Platz, viel Ausstattung, viel Konkurrenz
Zum Marktstart kommt das Modell als C 400 4Matic EQ mit Allradantrieb und einer Leistung von 360 kW, eine bekannte Motorisierung, die bereits aus dem GLC EQ übernommen wurde. Später soll eine Variante mit Hinterradantrieb folgen, die sogar rund 800 Kilometer Reichweite schaffen könnte. Technisch basiert die Limousine wie das SUV-Pendant auf der 800-Volt-Plattform MB.EA. Interessant ist zudem die Bezeichnung: Offiziell verzichtet Mercedes offenbar auf den Zusatz „mit EQ-Technologie“ und nennt das Modell schlicht „elektrisch“. Ich finde das etwas …. sperrig und bleibe daher lieber bei C-Klasse EQ.
Optisch orientiert sich die Limousine stark am GLC EQ, fällt jedoch etwa vier Zentimeter länger aus, während der Radstand einen Zentimeter kürzer ist. Die Front wird von einem großen Chromgrill mit Pixelstruktur und zentralem Stern dominiert, flankiert von markanten Lufteinlässen. Die Scheinwerfer tragen je einen Stern pro Seite. Versenkbare Türgriffe sind Teil des optionalen Keyless-Systems. In der Seitenansicht erinnert das Fahrzeug eher an ein Coupé, besitzt jedoch weiterhin eine klassische Kofferraumklappe mit integrierter Spoilerlippe. Am Heck finden sich Rückleuchten mit sternförmiger Signatur sowie eine geschwungene Chromleiste.
Im Innenraum stehen zwei Display-Optionen zur Wahl: entweder der große Hyperscreen mit 39,1 Zoll oder ein Superscreen-Setup mit drei separaten Bildschirmen (10,3 sowie zweimal 14 Zoll). Die Navigation basiert auf Google Maps. Ergänzt wird das Cockpit durch eine hohe Mittelkonsole mit zwei induktiven Ladeschalen für Smartphones. Die Fahrstufen werden über einen Hebel am Lenkrad gewählt. Weitere Ausstattungsmerkmale sind ein Glasdach mit Sky-Control-Funktion und ein Soundsystem von Burmester.
Mehr News:
- Cupra Tavascan Facelift 2026: Neue Basis, neues Innenleben
- Ford schärft Capri und Explorer nach: mehr Reichweite, LFP Batterien, coole Collection-Edition
- Opel Corsa GSE 2026: Elektro-Hothatch mit bis zu 280 PS
Beim Stauraum zeigt sich die Limousine weniger großzügig als das SUV: Der Kofferraum fasst 470 Liter und liegt damit 100 Liter unter dem GLC EQ. Auch der Frunk fällt mit 101 Litern kleiner aus. Die maximale Anhängelast beträgt 1,8 Tonnen und liegt ebenfalls unter dem Wert des SUV. Technisch interessant ist das Zweigang-Getriebe an der Hinterachse: Der erste Gang mit einer Übersetzung von 11:1 sorgt für starke Beschleunigung und Effizienz im Stadtverkehr, während der zweite Gang (5:1) auf sparsames Fahren bei höheren Geschwindigkeiten ausgelegt ist.
Das Fahrwerk besteht serienmäßig aus einer Stahlkonstruktion mit frequenzselektiven Dämpfern. Optional ist eine Luftfederung mit adaptiver Dämpferregelung und variabler Fahrzeughöhe erhältlich. Diese nutzt auch Car-to-X-Daten, um sich frühzeitig auf Unebenheiten wie Temposchwellen einzustellen. Eine Hinterradlenkung mit bis zu 4,5 Grad Lenkwinkel reduziert den Wendekreis auf 11,2 Meter, was nahezu dem Niveau eines Kompaktwagens entspricht. Zudem unterstützt das Fahrzeug bidirektionales Laden.
Trotz der soliden technischen Daten fällt der Vergleich mit der Konkurrenz gemischt aus. Während Reichweite und Ladeleistung auf gutem Niveau liegen, erreicht ein Wettbewerber in dieser Klasse deutlich höhere Reichweitenwerte. Auch die eingeschränkte 400-Volt-Ladefähigkeit gegen Aufpreis wirkt wenig zeitgemäß. Zu den Stärken zählen hingegen Komfortfeatures wie die optionale Luftfederung. Preislich dürfte sich das Modell am GLC EQ orientieren, der bei knapp 70.000 Euro startet.














