DS hat seinen größten Bestseller komplett überarbeitet und macht aus dem bisherigen DS 7 nun den neuen DS N°7. Das französische SUV soll vor allem folgendes sein: luxuriös, komfortabel und anders als die üblichen Verdächtigen aus Deutschland.
Während viele Hersteller aktuell mit immer mehr Leistung, immer höheren Ladeleistungen und immer größeren Displays um Aufmerksamkeit kämpfen, geht DS einen anderen Weg. Der N°7 setzt auf Reichweite, Komfort und ein Design, das schon gut polarisiert – übersehen wird man ihn jedenfalls nicht.
Drei Elektrovarianten zur Auswahl
Der DS N°7 E-Tense startet mit drei Varianten und unterschiedlichen Antrieben.
Den Einstieg bildet der E-Tense FWD mit 230 PS und einer 73,7-kWh-Batterie. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 543 Kilometern.
Darüber rangiert der E-Tense FWD Long Range. Hier wächst die Batterie auf stattliche 97,2 kWh und die Leistung auf 245 PS. Die Reichweite steigt laut DS auf bis zu 740 Kilometer WLTP – wow!
Das Topmodell hört auf den Namen E-Tense AWD Long Range. Hier sorgen zwei Elektromotoren für Allradantrieb und 350 PS Systemleistung. Trotz der höheren Leistung sollen noch bis zu 679 Kilometer WLTP möglich sein. Den Sprint auf 100 km/h erledigt die stärkste Version in 5,4 Sekunden. Das kommt gut!

Keine Lade-Revolution
Bei der Ladetechnik bleibt DS allerdings konservativ.
Der N°7 setzt auf eine 400-Volt-Architektur und lädt mit maximal 160 kW Gleichstrom. Von 20 auf 80 Prozent soll der Akku je nach Variante in 27 bis 31 Minuten geladen werden können.
Das ist ordentlich, aber kein neuer Maßstab. Ein Xpeng G6, Hyundai Ioniq 5 oder Kia EV6 spielen beim Schnellladen mittlerweile in einer anderen Liga. Beim VW Konzern ist man bei 185 kW angekommen und Tesla lädt das Model Y auch schon schneller. 27 Minuten sind für ein neues Auto grade mal okay. Wenn wir jedoch die Reichweite mit einbeziehen, sind wir nach 700km (!) dankbar für eine längere Pause. Der Kompromiss wirkt also mehr also verschmerzbar.
Die Zielgruppe wird vermutlich eher Wert auf Komfort als auf Lade-Rekorde legen. Wir wären für einen Test nach Italien oder Schweden direkt zu haben.

Die Ausstattungen im Überblick
Pallas
Bereits die Basisversion bringt eine umfangreiche Ausstattung mit.
Dazu gehören unter anderem:
- 19-Zoll-Leichtmetallräder
- Matrix-LED-Scheinwerfer
- Elektrische Heckklappe
- Keyless-System
- 16-Zoll-Zentraldisplay
- Wärmepumpe
- Umfangreiche Assistenzsysteme
Damit wirkt die Einstiegsversion deutlich hochwertiger als viele Basismodelle anderer Hersteller.
Étoile
Die Étoile-Ausstattung richtet sich an Käufer, die den typischen DS-Luxus wollen.
Hier kommen unter anderem hinzu:
- Größere 20-Zoll-Räder
- Erweiterte Ambientebeleuchtung
- Hochwertigere Innenraummaterialien
- Elektrisch verstellbare Sitze
- Zusätzliche Komfort- und Assistenzfunktionen
La Première
Die limitierte Einführungsversion markiert die Spitze des Angebots.
Hier gibt es nahezu alles, was DS aktuell zu bieten hat:
- Nappa-Leder
- Sitzmassage
- Sitzbelüftung
- Premium-Audiosystem
- Nachtsichtsystem
- Kameragesteuertes Fahrwerk
- Exklusive Designmerkmale
Kurz gesagt: Wer das volle französische Luxusprogramm möchte, landet hier und wird mächtig bedient.
Was kostet die französische Klasse?
Die Modelle starten bei:
- E-Tense FWD: ab 56.300 Euro
- E-Tense FWD Long Range: ab 61.700 Euro
- E-Tense AWD Long Range: ab 66.600 Euro
Die La Première-Version kann je nach Antrieb bis auf 78.450 Euro klettern.

Preisvergleich: Wo steht der DS N°7?
Der neue DS tritt in einem Markt an, der mittlerweile alles andere als leer ist und unter starkem Beschuss aus Fernost steht.
| Modell | Einstiegspreis |
| DS N°7 E-Tense FWD | 56.300 € |
| Tesla Model Y RWD | ca. 45.000 € |
| Xpeng G6 Standard Range | ca. 43.600 € |
| Skoda Enyaq 85 | ca. 48.900 € |
| VW ID.4 Pro | ca. 46.500 € |
Der DS liegt auf den ersten Blick preislich deutlich oberhalb von ID.4, Enyaq – selbst über Audi – und Model Y.
Dafür versucht er auch nicht, über den Preis zu kommen. DS positioniert den N°7 klar als Premiumprodukt mit Fokus auf Design, Materialien und Komfort. Im Einstieg bekommt man somit deutlich mehr Ladeleistung und vor allem hochwertige Materialien, als die Konkurrenten.

Die Frage lautet also nicht, ob man für weniger Geld ein ähnlich großes Elektro-SUV bekommt. Das bekommt man problemlos und merkt es direkt, wenn man einsteigt.
Die eigentliche Frage lautet: Ist einem französischer Luxus rund 10.000 Euro Aufpreis wert?
Mehr Reichweite als die meisten Konkurrenten
Genau hier könnte der DS N°7 seine stärkste Karte ausspielen.
Mit bis zu 740 Kilometern WLTP-Reichweite übertrifft der Long-Range-Franzose auf dem Papier alle Kandidaten bei Weitem!
Ob diese Werte im Alltag erreichbar sind, steht wie immer auf einem anderen Blatt. Aber für Käufer, die beim Blick aufs Datenblatt zuerst die Reichweite suchen, liefert DS eine beeindruckende Zahl. Wenn es effektiv 600km werden, dann ist man schon überdurchschnittlich unterwegs.
Mehr Stil statt mehr Ladeleistung
Der DS N°7 ist kein Auto für Menschen, die jede Ladekurve auswendig kennen oder an der Ionity-Säule die letzten 20 kW herausoptimieren wollen.
Er ist vielmehr der Gegenentwurf zum elektrischen Mainstream. Während Model Y, ID.4 und Enyaq vor allem rational überzeugen wollen, versucht DS es mit Design, Komfort und einem Hauch französischer Extravaganz. Das extravagante Design, vor allem im Innenraum, ist mehr als nur präsent. DS geht hier all out und bei VW sucht man vergebens nach einem gleichwertigen Vergleich. Leder und weiche Materialien sind absolut vorhanden – top! Dass Design entsprechende Kompromisse mit sich bringt, was man beim Getränkehalter sieht, gehört dazu. Skoda als simply clever Aushängeschild ist hier nicht praktischer. Auch beim Display und der Software zieht sich die Sprache fort – kein mega Bildschirm und dicke Buttons, sondern feine Grafiken auf einem ungewöhnlich kleinem, aber breiten, Bildschirm. Es passt auf jeden Fall in das Konzept.
Genau mit diesen charakteristischen Werten könnte der N°7 für manche Käufer deutlich spannender sein, als die üblichen Verdächtigen, die sich teilweise kaum noch voneinander unterscheiden.
Wir können es kaum abwarten, den N°7 E-Tense direkt testen zu können.

