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Ford schärft Capri und Explorer nach: mehr Reichweite, LFP Batterien, coole Collection-Edition

Ford hat seinen beiden Elektro-SUVs aus Köln ein technisches Update spendiert. Capri und Explorer erhalten eine neue Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP), etwas mehr Leistung sowie jeweils ein limitiertes Sondermodell unter dem Namen „Collection“. Das Update kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Modelle dringend frischen Schwung gebrauchen können.

2025 brachte es der Capri in Deutschland auf rund 3.750 Neuzulassungen, während auch der Explorer hinter den Erwartungen blieb. Parallel dazu musste Ford im Kölner Werk bereits rund 1.000 Stellen abbauen. Entsprechend groß ist der Druck, die beiden MEB-Derivate attraktiver zu machen.

Mehr Reichweite durch neue LFP-Batterie

Technisch betreffen die Änderungen zunächst die Standard-Range-Versionen beider Modelle. Die bisherige NMC-Batterie wird durch einen Lithium-Eisenphosphat-Akku ersetzt. Beim Capri steigt die WLTP-Reichweite damit auf bis zu 464 Kilometer, beim Explorer auf bis zu 444 Kilometer. Ford spricht von einem Zuwachs von mehr als 17 Prozent gegenüber dem bisherigen Stand.

Auch die Motorleistung legt zu. Beide Modelle kommen künftig auf 140 kW (190 PS) und 350 Nm Drehmoment. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in rund 8,0 Sekunden.

Interessant ist dabei vor allem der Blick hinter die Technik: Capri und Explorer basieren auf Volkswagens MEB-Plattform – und Ford ist damit der erste Hersteller, der die neue LFP-Batterie mit 58 kWh und den stärkeren 140-kW-Motor in einem MEB-Fahrzeug einsetzt. Volkswagen selbst plant den Einsatz dieser Kombination erst später. Beim ID.4 soll sie frühestens mit einem Facelift im Jahr 2026 kommen.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Die maximale DC-Ladeleistung sinkt von bisher 145 kW auf 110 kW. Besonders schnell waren die MEB-SUVs ohnehin nicht an der Schnellladesäule – mit dem LFP-Wechsel wird das Laden also eher etwas gemütlicher.

Stärkere Varianten bleiben im Programm

Neben der neuen Standard-Range-Version bleiben die leistungsstärkeren Varianten erhalten. Ab der Select-Ausstattung gibt es weiterhin die Extended-Range-Modelle mit 286 PS sowie die Allradversion mit 340 PS. Gerade in Kombination mit der neuen Capri Collection-Edition dürfte diese Variante für viele Käufer die spannendste bleiben.

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Strom aus dem Auto: Pro Power Onboard

Neu für beide Modelle ist außerdem das Pro-Power-Onboard-System. Eine 230-Volt-Steckdose im Kofferraum liefert bis zu 2,3 kW Leistung und kann damit etwa Laptops, E-Bikes oder Camping-Equipment versorgen. Optional lässt sich die Funktion auch über einen Adapter am Ladeanschluss nutzen.

Mehr Software und Assistenz

Auch bei Bedienung und Assistenzsystemen legt Ford nach. One-Pedal-Driving gehört künftig bei allen Varianten zur Serienausstattung.

Das überarbeitete Infotainment Ford SYNC Move organisiert Apps nun in Ordnern – ähnlich wie auf einem Smartphone. Navigation und Kameradarstellungen profitieren zudem von einer größeren Darstellung auf dem 14,6-Zoll-Display.

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Bei den Assistenzsystemen kommen mehrere neue Funktionen hinzu. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung erkennt nun Ampelphasen und bremst automatisch bei Rot. Ein Rückfahrassistent kann sich die letzten 50 Meter merken und übernimmt beim Zurücksetzen die Lenkung. Das Park-Pilot-System speichert bis zu fünf individuelle Parksituationen und steuert dabei selbstständig Lenkung, Bremse und Gas. Ein neuer Fahrer-Status-Assistent überwacht Aufmerksamkeit und Fitness des Fahrers und kann im Notfall automatisch Rettungsdienste alarmieren.

Collection-Editionen mit eigenem Look

Parallel zum Technik-Update bringt Ford für beide Modelle limitierte Sonderversionen.

Der Capri Collection greift mit der exklusiven Lackierung Tribute Blue und schwarzen Designelementen die Motorsport-Geschichte des Originals auf. Dazu kommen tiefer gezogene Schürzen, Seitenschweller, ein schwarzer Heckspoiler sowie 21-Zoll-Räder mit Satin-Schwarz-Finish. Innen ziehen sich blaue Akzente über Sitzwangen, Gurte und Lautsprecher. Optisch steht dem elektrischen Coupé-SUV dieser Look erstaunlich gut – neben dem Enyaq Coupé gehört der Capri damit zu den gelungensten Coupé-Ablegern auf MEB-Basis.

Gallerie: Ford Capri Collection
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Der Explorer Collection setzt dagegen auf moderne Sportoptik. Die exklusive Farbe Cactus Grey wird mit schwarzen 20-Zoll-Felgen, schwarzem Dach und Grafikelementen an Türen und C-Säule kombiniert. Im Innenraum sorgen orangefarbene Akzente an Sitzen, Gurten und Lautsprechern für Kontraste. Ein 2D-Strickeinsatz in den Sitzen soll an Sportbekleidung erinnern und passt erstaunlich gut zum Charakter des Explorer.

Gallerie: Ford Ranger Collection
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Ob das Update reicht?

Ob das Paket aus mehr Reichweite, LFP-Technik und Sondermodellen dem Elektro-Duo tatsächlich zu mehr Verkäufen verhilft, bleibt abzuwarten. Die Preise für die Collection-Versionen beginnen beim Ranger bei 53.900 € und bei Capri bei 56.400 €. Diese kommen dann mit den 286 PS und Heckantrieb. Voll ausgestattet und mit 340 PS Allrad, liegt der Ranger bei 61.350 € und Capri bei stolzen 64.750 €. In dem Preissegment ist die Konkurrenz hart umkämpft und die Alternativen zahlreich.