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Opel Mokka Electric (Facelift 2025) im Test: Schickes Elektro-Crossover mit Kompromissen

Der Opel Mokka gehört zu den Autos, die sofort auffallen. Kompakt, bullig, mit eine klarer Formensprache – ein Fahrzeug, das man im Straßenbild schnell erkennt. Ende 2025 hat Opel seinem Elektro-Crossover ein Update spendiert. Neue Software, ein modernisiertes Cockpit und einige optische Anpassungen sollen den Mokka Electric frisch halten.

Doch wie gut funktioniert das im Alltag? Genau das wollten wir herausfinden. Wir haben uns angeschaut, ob sich das Update wirklich bemerkbar macht, wie sich der Mokka Electric im täglichen Einsatz schlägt und welche Alternativen bei Preis und Leistung inzwischen auf dem Markt sind. Doch werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die …

Technische Daten des Opel Mokka Electric

  • Batterie: 54 kWh (brutto)
  • WLTP-Reichweite: bis zu 403 km
  • Leistung: 115 kW (156 PS)
  • Drehmoment: 260 Nm
  • 0–100 km/h: 9,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
  • DC-Laden: bis zu 100 kW (10–80 % in ca. 27 Minuten)
  • AC-Laden: 7,4 kW serienmäßig, 11 kW optional
  • WLTP-Verbrauch: 15,4 kWh/100 km

Design: Kompakt, bullig – und einfach gelungen

Die äußere Erscheinung des Mokka Electric wirkt kompakt und gleichzeitig kraftvoll, mit einer breiten Front und klar gezeichneten Linien. Als Crossover steht er leicht erhöht auf der Straße und vermittelt genau diese Mischung aus SUV-Optik und Stadtwagen, die viele Käufer suchen.

Die Vizor-Front bleibt das prägende Element. Scheinwerfer und Opel-Logo bilden eine durchgehende schwarze Fläche, die das Auto optisch breiter wirken lässt. Die schmalen LED-Tagfahrlichter geben der Front zusätzliche Kanten und sorgen für eine markante Lichtsignatur.

Der schmalere Lufteinlass vorne und die weiterführende Linie zu den seitlichen Lufteinlässen verleihen dem Mokka sogar einen leicht sportlichen Look. Auch am Heck passt das Bild: Die LED-Rückleuchten greifen die Linien der Front auf und geben der Form einen sauberen Abschluss.

Besonders gut steht ihm die im Testwagen gezeigte Farbe Tropical Grün. In Kombination mit den schwarzen Designelementen wirkt der kompakte Crossover sehr stimmig.

Gallerie: Opel Mokka Electric Außendesign

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Innenraum und Infotainment: Modern, aber bewusst schlicht

Im Innenraum setzt Opel weiterhin auf eine reduzierte Gestaltung. Zwei 10-Zoll-Displays bilden das digitale Zentrum des Cockpits – eines für das Fahrerdisplay, eines für das Infotainment.

Im Vergleich zum Corsa wirkt das System im Mokka moderner und bietet mehr Einstellmöglichkeiten. Beide Displays lassen sich individuell konfigurieren. Navigation, Medien oder Verbrauchsdaten können frei angeordnet werden.

Gallerie: Opel Mokka Electric Innendesign

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Trotzdem bleibt die Software bewusst funktional. Opel setzt hier nicht auf aufwendige Animationen oder verspielte Designs. Stattdessen geht es um schnelle und klare Informationsvermittlung. Das wirkt fast schon zeitlos – auch wenn man an manchen Stellen merkt, dass die Oberfläche optisch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist.

Der Prozessor arbeitet zuverlässig und setzt die wenigen Animationen flüssig um. Insgesamt wirkt das System solide und übersichtlich. Gleichzeitig merkt man dem Mokka seine Verbrenner-DNA an – er versucht gar nicht erst, besonders futuristisch zu erscheinen. Und genau dafür gibt es gerade in Deutschland durchaus eine Zielgruppe.

Die Hintergrundfarbe der Displays passt sich übrigens dem gewählten Fahrmodus an. Im Sportmodus wird das Cockpit beispielsweise rot hinterlegt.

Gallerie: Opel Mokka Electric Software

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Die Klimasteuerung lässt sich sowohl über das Display als auch über klassische Tasten unterhalb des Infotainments bedienen – eine angenehme Kombination aus digitaler und physischer Bedienung.

Unterhalb der Displays gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Smartphone abzulegen oder zu laden, optional auch kabellos. Rund um den Bildschirm befinden sich zusätzliche Tasten, mit denen man jederzeit zurück zum Hauptmenü gelangt.

Ein weniger gelungenes Detail ist der häufig eingesetzte Klavierlack rund um die Bedienelemente. Staub, Fingerabdrücke und kleine Kratzer sammeln sich hier extrem schnell. Kaum wischt man die Fläche sauber, sind wenige Sekunden später wieder die ersten Staubkörnchen zu sehen.

Der Bereich rund um den Gangwahlschalter ist dagegen angenehm aufgeräumt und in mattem Grau gehalten. Alles wirkt reduziert – fast schon etwas leer. Vor dem Gangwahlschalter befindet sich eine kleine Rampe, auf der man ein Smartphone ablegen könnte. Einen echten praktischen Nutzen konnten wir darin allerdings nicht erkennen.

Gallerie: Opel Mokka Electric Klima & Oberflächen

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Die verschiebbare Mittelarmlehne bietet ein kleines Ablagefach, während das Handschuhfach – wie bereits im Corsa – erstaunlich tief ausfällt.

Materialseitig gibt es eine Mischung aus Licht und Schatten. Die Türen vorne sind mit Kunstleder bezogen und wirken hochwertig, während andere Bereiche deutlich mehr Hartplastik zeigen. Das Armaturenbrett ist strukturiert gestaltet und vermittelt dadurch einen besseren Eindruck.

In der zweiten Reihe sinkt zudem der Materialkomfort. Die Türverkleidungen bestehen vollständig aus Hartplastik, und eine praktische Ablage für kleinere Getränke sucht man vergeblich.

Gallerie: Opel Mokka Electric Materialien

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Software-Details: E-Coaching und klare Darstellung

Eine Funktion, die man bei Opel häufiger findet, ist das sogenannte E-Coaching. Darin gibt das Auto Tipps, wie man möglichst effizient mit einem Elektroauto fährt.

Für erfahrene Elektrofahrer mag das wenig spannend wirken. Gleichzeitig begegnet man im Alltag immer noch erstaunlich vielen Meinungen über Elektromobilität – und deutlich weniger tatsächlichem Wissen.

Opel hätte diese Funktion problemlos weglassen können. Stattdessen wurde sie programmiert, gestaltet und in die Software integriert. Das Wissen ist da, man kann es abrufen und sogar direkt mit den eigenen Verbrauchsdaten vergleichen. Für viele Menschen kann genau das eine wichtige Hürde beim Einstieg in die Elektromobilität abbauen. Gut so.

Auch die Darstellung der Fahrinformationen ist gelungen. Im Fahrerdisplay lassen sich nicht nur Geschwindigkeit und Verbrauch anzeigen, sondern auch eine kleine Kartenansicht der Navigation. Zusätzlich sieht man den Akkustand sowie am Rand Informationen darüber, wie viel Energie gerade verbraucht oder durch Rekuperation zurückgewonnen wird.

Das sind viele Informationen – Opel bekommt sie durch die schlichte Darstellung aber übersichtlich untergebracht.

Gallerie: Opel Mokka Electric E-Coach

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Sitzposition und Platzangebot

Im Mokka sitzt man angenehm hoch, was den Einstieg erleichtert und im Alltag eine gute Übersicht bietet. Die AGR-Sitze im GS-Modell bieten guten Seitenhalt und sind auch für größere Fahrer bequem. Mit 1,88 Metern Körpergröße sitzt man vorne problemlos und hat sogar noch ordentlich Kopffreiheit.

Hebt man den Sitz allerdings zu weit an, kann die Dachkante beim Einsteigen schnell zum Hindernis werden. Auch die Türschweller sind relativ hoch – man muss die Füße beim Einsteigen etwas höher heben als gewohnt. Im Winter oder bei Matsch wird man hier vermutlich öfter reinigen müssen.

Im Fond wird der Platz etwas knapper. Mit 1,88 Metern kann man kaum hinter sich selbst sitzen. Der Fahrersitz muss einige Längen vorgestellt werden. Es gibt einen umbequemen Kompromiss, allerdings liegen die Knie dann links und rechts am Fahrersitz an, während man vorne den Komfort einbüßt. Für kurze Strecken funktioniert das, für längere Fahrten sitzen größere Personen aber deutlich angenehmer vorne.

Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen Außenwirkung und Innenraum. Der Mokka wirkt von außen sehr bullig und groß, innen fällt der Platzgewinn gegenüber kleineren Modellen wie dem Corsa aber überraschend gering aus. Kompakte Elektroautos wie der VW ID.3 wirken im Innenraum deutlich luftiger.

Gallerie: Opel Mokka Electric Sitze & Platz

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Kofferraum und Alltag

Der Kofferraum bietet mit bis zu 1060 Litern Ladevolumen bei umgelegten Rücksitzen ordentlich Platz für ein Fahrzeug dieser Größe. Für Einkäufe, Gepäck oder den Wochenendausflug ist der Laderaum absolut ausreichend und praktisch nutzbar.

Die Bauform eines kompakten SUV bringt allerdings naturgemäß gewisse Einschränkungen mit sich. Die Öffnung ist nicht riesig und die Linien des Hecks begrenzen den Stauraum etwas.

Eine kleine Besonderheit ist der Griff zum Öffnen der Heckklappe. Dieser ist in einer Mulde versteckt und dadurch nicht sofort zu finden. Das wirkt zunächst ungewöhnlich und im Alltag auch etwas unpraktisch.

Hat man sich daran gewöhnt, funktioniert es natürlich – trotzdem greift man häufig einfach direkt zum Autoschlüssel, um die Klappe zu öffnen.

Gallerie: Opel Mokka Electric Kofferraum

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Fahreindruck: Gemütlich statt sportlich

Der Elektromotor liefert 156 PS und 260 Nm Drehmoment. Das reicht im Alltag vollkommen aus.

Der typische Elektro-Punch beim Anfahren bleibt allerdings etwas zurückhaltend. Der Mokka wirkt beim Start eher gemütlich. Hat er einmal Tempo aufgenommen, fährt er entspannt und souverän weiter.

Das passt gut zum Gesamtcharakter des Autos: kein Sportler, sondern ein ruhiger und genügsamer Begleiter.

Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, aber nicht hart. Unebenheiten sind spürbar, gleichzeitig bleibt der Wagen stabil und kontrollierbar. Man merkt allerdings, dass die Plattform ursprünglich für Verbrenner entwickelt wurde und Opel hier einen Kompromiss zwischen Komfort und Gewicht gefunden hat.

Verbrauch und Reichweite im Alltag

Opel gibt den WLTP-Verbrauch mit 15,4 kWh/100 km an. Im Wintertest bei Temperaturen zwischen 1 und 3 Grad lag der Durchschnittsverbrauch bei rund 20 kWh/100 km. Auf Autobahnabschnitten lagen wir eher bei 23 kWh/100 km oder etwas darüber.

Mit der nutzbaren Batteriegröße ergibt sich daraus eine realistische Reichweite von etwa:

  • ca. 270 km im gemischten Alltag

  • ca. 230–240 km bei überwiegender Autobahnfahrt

Der Testwagen war mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Gerade im Winter bringt das Vorteile, weil das Heizsystem effizienter arbeitet und die Reichweite weniger stark leidet. Die Rekuperation lässt sich über den B-Modus verstärken, echtes One-Pedal-Driving bietet der Mokka allerdings nicht.

Laden

Der Mokka Electric lädt mit bis zu 100 kW an Schnellladesäulen. Damit gehört er nicht zu den schnellsten Ladeautos seiner Klasse, bleibt aber alltagstauglich. Für optimale Ladezeiten sollte man den Akku möglichst leer an die Ladesäule bringen.

Eine automatische Batterie-Vorkonditionierung gibt es nicht. Beim AC-Laden liegt die Serienleistung bei 7,4 kW. Der dreiphasige 11-kW-Lader ist optional erhältlich.

Gallerie: Opel Mokka Electric Laden

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Alltagsdetails

Die optionale Rückfahrkamera liefert ein sehr klares Bild und blendet die Hilfslinien präzise ein. Das funktioniert im Alltag zuverlässig und erleichtert das Rangieren deutlich.

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Ein Detail, das man heute leider immer seltener sieht: Die Motorhaube wird von Gasdruckfedern gehalten.

Hier darf sich der gesamte Volkswagen-Konzern gerne etwas abschauen. Auch wenn man bei einem Elektroauto seltener unter die Haube schaut als bei einem Verbrenner – Gasdruckfedern wirken einfach zeitgemäß.

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Autos können heute autonom fahren, haben KI-Assistenten mit Internetanbindung – aber beim Nachfüllen von Wischwasser muss man bei manchen Herstellern immer noch erst einmal die Haube abstützen. In diesem Punkt: Danke Opel.

Preis und Einordnung: Hier wird es spannend

Der Einstiegspreis für den Mokka Electric liegt bei 36.740 Euro. Das klingt zunächst konkurrenzfähig – allerdings bleibt es in der Praxis selten dabei. Schon mit Winterpaket, Assistenzsystemen und der beliebten GS-Ausstattung bewegt sich der Preis schnell Richtung 40.000 bis 42.000 Euro.

Und genau hier wird es interessant. Denn in dieser Preisregion bewegen sich bereits Fahrzeuge wie ein Tesla Model Y oder ein Xpeng G6. Autos, die beim Platzangebot, bei der Ladeleistung, bei der Software und bei der Gesamtperformance in einer ganz anderen Liga spielen. Man bekommt dort vereinfacht gesagt deutlich mehr Auto für das gleiche Geld.

Der Preis des Mokka kommt allerdings nicht von ungefähr. Der entscheidende Punkt ist die Fahrzeugklasse. Kompakte Elektro-SUV mit dieser Bauform sind am Markt immer noch relativ selten. Gleichzeitig boomt genau dieses Segment in der Nachfrage. Viele Käufer wollen ein kompaktes Auto, aber mit erhöhter Sitzposition und SUV-Optik.

Hier hat Opel den Mokka schon früh positioniert. Während andere Hersteller lange auf größere Elektro-SUV oder klassische Kompaktwagen gesetzt haben, besetzte Opel diese Nische frühzeitig.

Das ist strategisch nicht schlecht – bringt aber auch Risiken mit sich. Denn sobald mehr Wettbewerber in dieses Segment drängen, steigt der Druck. Trotzdem sieht man den Mokka Electric im Alltag gar nicht so selten. Das Konzept funktioniert.

Und nach zwei Wochen im Alltag können wir auch nachvollziehen, warum. Der Mokka ist kein technisches Überflieger-Auto. Aber er ist kompakt, sieht gut aus, fährt unkompliziert und passt genau in den Lebensstil vieler Käufer.

Man steigt ein, fühlt sich wohl und fährt los. Und genau dieses unkomplizierte Gesamtpaket ist wahrscheinlich der Grund, warum der Mokka Electric trotz seiner Konkurrenz weiterhin seine Käufer findet.