Hi, ich bin Thomas von ELECTRIC RIDES – und das hier ist mein Skoda Enyaq RS.
Das flotte Gerät ist für die nächsten zwei Jahre mein Begleiter (Leasing). Es handelt sich um das Vor-Facelift-Modell aus 12/2024, das noch die klassische Front mit Crystal Face Grill und großen Hauptscheinwerfern trägt. Unter der Haube steckt aber schon die Technik des Facelifts, also ordentliche 340 PS mit 650 Nm und die aktuelle Software 5.x. Mit Wärmepumpe wird der Akku über die Navigation vorgeheizt, auch wenn die aktive Vorkonditionierung des Facelifts fehlt.
⇒ Hier geht es zu den aktuellen Updates in diesem Dauertest (weiter unten)

Rahmendaten
- Akku: 82 kWh brutto (77 netto)
- Leistung: 250 kW / 340 PS
- Antrieb: Allrad
- 0–100 km/h: 5,5 s
- Top-Speed: 182,99 km/h
- Maße: 4.653 × 1.879 × 1.605 mm, Radstand 2.768 mm
- Gewicht: ca. 2.300 kg
- Kofferraum: 585–1.710 l
Erster Eindruck
Mein Enyaq steht in Arctic Silver mit schwarzen RS-Elementen da. Anfangs war ich bei der Farbe skeptisch, mittlerweile gefällt sie mir richtig gut – selten, sportlich, auffällig. Das Lichtdesign mit Crystal Face und Matrix-LED-Scheinwerfern ist jedes Mal ein absolutes Highlight. Im Innenraum gibt’s die volle RS-Ausstattung mit Sportsitzen in Leder-Alcantara, Lime-Ziernähten, großem Infotainment und Head-up-Display mit AR. Dazu aber später mehr!
Mehr Dauertests:
Seit der Übergabe mit 7.000 km bin ich in drei Monaten auf rund 10.000 km hochgefahren – das Auto wird also bewegt. Die Leistung und das Fahrgefühl machen mir bisher viel Spaß, das Laden funktioniert zuverlässig und bis jetzt gab es keine Probleme mit Software oder Technik.

Ausblick auf die Serie
Das hier ist nur die initiale Vorstellung. In den nächsten Artikeln werde ich ehrlich und ungeschönt über den Enyaq berichten – über positive und negative Erfahrungen, Details im Alltag, Langstrecken, Winterfahrten und Roadtrips. Ziel ist es, euch ein absolut realistisches Bild von diesem Auto zu geben, wie es sich über zwei Jahre entwickelt. Schreibt mir gerne direkt (Thomas@electric-rides.de), wenn ihr spezielle Details ganz genau erfahren wollt.

Bisher war es jedenfalls ein vielversprechender Start – und jetzt geht’s los mit der Langzeitstory.
++UPDATE 25.03.2026+++
Zwischenstand bei 20.000 km
Der Enyaq hat in weniger als einem Jahr bereits 20.000 km abgespult und nun den ersten Winter hinter sich. In Summe muss ich sagen, dass er weiterhin absolut zuverlässig ist und sehr gut fährt. Was gibt es bisher zu berichten, wie halten Materialien, Reifen, Ladeleistung und die Technik? Hier ein Update!
Innenraum
Ich bin nicht klein und vor allem nicht leicht (ich arbeite daran 🙂 ). Die Sitze weisen soweit keinerlei frühzeitige Ermüdungserscheinungen oder Materialprobleme auf. Lediglich auf der Beifahrerseite scheint es eine Naht zu geben, die auf der direkten Sitzfläche aufgegangen ist. Dies werde ich beim Reifenwechsel checken lassen.
Was tatsächlich langsam – aber sicher – Falten wirft, ist die linke „Backe“ des sportlichen Fahrersitzes. Diese wird beim Ein- und Aussteigen immer durch Draufsetzen oder Drüberrutschen mit dem Bein etwas gequetscht. Hier vermute ich, dass es irgendwann sichtbarer wird, aber bislang scheint das Material sehr gut zu halten. Gegebenenfalls lasse ich mich beraten, was die spezielle Pflege angeht, um das Material geschmeidiger zu halten. Die Sitze sind weiterhin bequem und in einem neuwertigen Zustand.
Die Rücksitze sind sehr selten in Gebrauch und sehen am häufigsten Einkaufstaschen – ja, ich parke meistens rückwärts vor meinem Haus, damit die coole Front zu sehen ist. Daher geht dann der Kofferraum nicht auf … so ist das nun mal mit der Autoliebe.
Was natürlich Gebrauchsspuren zeigt, ist die Mittelkonsole. Der Klavierlack ist kaum zu schützen und bereits ein Sauberwischen mit dem falschen Tuch erzeugt feine Kratzer. Ich rechne es weiterhin jedem Autohersteller negativ an, der dieses Material noch benutzt. Das ist für mich schlichte Faulheit, den Innenraum mit anderen Mitteln hochwertig wirken zu lassen.
Weiterhin bin ich mit dem Ablagefach und den Cupholdern auf Kriegsfuß. In der Ablage kann nichts richtig Platz finden und liegt immer falsch im Fach. Hier sind der ID.4 oder auch der Q4 e-tron einfach deutlich praktischer konstruiert – obwohl der Q4 meiner Ansicht nach ein grausames Design für das Gangwahl-„Podest“ hat.
In den Cupholdern finden nur Dosen problemlos Platz, und gerade Kaffeebecher oder Thermobecher wollen nicht sauber sitzen – oder passen kaum hinein. Dass man den Separator verschieben kann, macht den Platz zwar breiter, aber nicht tiefer … blöd bei runden Gefäßen. Wasserflaschen landen immer in der Tür, die mit Filz ausgelegt ist. Ich komme damit klar, denn größere Wasserflaschen in den Cupholdern würden ohnehin die Tasten verdecken und die Ladeschale komplett versperren.
Das Alcantara auf dem Armaturenbrett sieht immer noch frisch aus wie am ersten Tag, und auch das Lenkrad wirkt durch meine schwitzigen Hände nicht in Mitleidenschaft gezogen. Ich neige dazu, dass meine Hände häufiger schwitzen, daher bringe ich das hier bewusst mit ein.
Im Fußraum gibt es die, aus meiner Sicht, ganz normalen Gebrauchsspuren, die beim Ein- und Aussteigen nun mal vorkommen. Wir gehen ab und an spazieren oder wandern, da kommen klobige Wanderschuhe zum Einsatz, und damit bleibt man auch mal hängen. Kein Drama, das gehört dazu. Die Fußmatten zeigen keinen nennenswerten Abrieb oder sonstige Schwächen. Für den Winter habe ich meine ID.-Allwetter-Gummimatten aus dem ID.4 verwendet – die passen perfekt.
Im Kofferraum ist ebenfalls alles in Ordnung. Ein paar Kratzer an der Ladekante durch Koffer oder Wasserkisten – ganz normaler Verschleiß.
Infotainment, Ladeplanung, Displays
Bisher hatte ich zwei Software-Updates. Das erste auf 5.2 brachte Laura. Tatsächlich nutze ich sie gar nicht. Bei der Suche nach Adressen braucht sie zu lange, und Temperaturen oder Sitzheizungen stelle ich mit einem Knopfdruck oder direkt am Display selbst ein – was auch sehr selten der Fall ist. Die Klimaanlage ist praktisch immer auf 21 Grad und „Auto (mittel)“ eingestellt.
Vor einigen Tagen wurde dann per Over-the-Air (OTA) das Update 5.4.4 aufgespielt, und da hat sich tatsächlich einiges getan. Die Software ist in der Bedienung spürbar schneller geworden, und Ruckler sind kaum noch vorhanden – auch nicht im Navi. Schnelle Zooms gehen nun butterweich.
Zusätzlich brachte dieses Update eine Anzeige zur Akku-Temperatur (Hallo Volkswagen?), Spiele, nachinstallierbare Apps, Spotify und sogar Nachrichten-Livestreams mit bis zu 480p Auflösung. Ich muss zugeben, dass ich Live-Videos nicht erwartet hätte. Ladepausen können damit zumindest informativ überbrückt werden. Lokale Angebote wie Restaurants lassen sich ebenfalls anzeigen, wobei man hier mit Google Maps auf dem Smartphone meist besser bedient ist.
Mit den Updates geht Skoda auf jeden Fall in die richtige und bitter notwendige Richtung. Auch wenn die Plattform schon ein paar Jahre alt ist, gab es damals bereits den Klassenbesten beim Thema Software – Tesla – der hier nach wie vor das Maß aller Dinge ist.
Mit der Software komme ich weiterhin sehr gut klar, die Ladeplanung ist auf jeden Fall brauchbar. Schwierig wird es manchmal, wenn man ausschließlich bei bestimmten Anbietern wie Ionity laden möchte. Trotz diverser Einstellungsmöglichkeiten lässt sich das nicht fest vorgeben. Hier hilft nur, sich von Ladepunkt zu Ladepunkt entlangzuhangeln oder vorab manuell zu planen.
Verbrauch und Fahren
Beim Thema Verbrauch bin ich kein gutes Vorbild oder Messpunkt. Zum Office habe ich genau 200 km. Hier habe ich neue Autobahnen und häufig drei Spuren zur Verfügung, die ich gerne nutze. Morgens auf dem Hinweg mag ich den Stress nicht und komme mit 35–40 % am Ziel an. Dabei fahre ich etwa 130–150 km/h.
Nachmittags habe ich dann einfach Heimweh und bin auf der linken Spur mit Maximaltempo (184 km/h) unterwegs. Bei Ankunft sind noch 15–20 % übrig.
Alles in allem liegt mein Durchschnittsverbrauch im Sommer bei etwa 22 kWh, im Winter bei rund 26 kWh. Bei einem zügigen Rückweg von Tür zu Tür (inkl. Stadtanteil und Frankfurter Ring zur Rush Hour) komme ich bei etwa 5 Grad auf rund 28 kWh. „Schnell“ gefahren sind also etwa 250 km realistisch, bei moderater Fahrweise locker über 300 km.
Auch bei viel Schnee in diesem Winter hat sich daran nicht viel geändert, da langsamer und vorgeheizt gefahren wurde. Mit dem Allradantrieb ist der Enyaq RS optimal für den Winter ausgestattet.
Nach über 20.000km, dem ersten Winter und einigen Trips bin ich immer noch sehr zufrieden mit dem Auto. Das Software Update hat eine Frische ins Feeling gebracht und bisher gibts keine großen Probleme. Weiterhin kann und werde ich den Enyaq RS, auch als Gebrauchten, absolut empfehlen!
++UPDATE 01.10.2025+++
Vorkonditionierung löst Fehler aus!
Neulich wollte ich wie gewohnt beim Einkaufen bei Rewe laden, praktisch und unkompliziert mit ENBW auf dem Parkplatz. Der Akku war bereits im einstelligen Bereich, also passte der Einkauf perfekt zum Ladebedarf. Es war nicht weit zum Lader, dennoch aktivierte ich die Batterieheizung, denn mehr geht immer!
Hier wird es spannend: Mein Enyaq (Vor-Facelift, 12/2024, aber schon mit den neuen Motoren & 5.x-Software) hat laut Skoda Storyboard und allen verfügbaren Quellen zwar die Möglichkeit zum Preheating, aber kein vollständiges Thermal-Management wie das aktuelle 2025er Facelift. Es ist interessant, wie ungenau hier meine Funde waren – selbst das Autohaus hatte hierzu keine (!) Infos.
Das Ergebnis ist aber:
- Bei Kälte: Batterie kann aktiv erwärmt werden
- Bei Hitze: Batterie kann nicht aktiv gekühlt werden
Für die Praxis ist das völlig okay. Im Winter hilft mir das Preheating, im Sommer kann es zwar mal zu einem früheren Lade-Drosseln kommen, aber bisher passt das für meinen Alltag. Mit einem weinenden Auge ist aber klar: Mein voriger Ioniq 5 hat im Winter stabil vorkonditioniert 240 kW an der Säule gezaubert, das schafft der Enyaq nicht. Aber für die nächsten zwei Jahre bin ich fein damit.

Der Schreckmoment
Kaum ließ ich also den Button zur Batterieheizung los, sprang eine Fehlermeldung an: „Elektrosystem funktioniert nicht richtig. Bitte Werkstatt aufsuchen.“
Im Cockpit-Display leuchtete ein großes gelbes Warndreieck und im Infotainment erschien der Warnhinweis. Also erstmal ran an den Seitenstreifen. Technisch lief aber alles normal: Beschleunigen, Rekuperation, keinerlei Einschränkungen. Also vorsichtig weiter zum Ladepunkt.

Und siehe da: Keine Probleme beim Laden, weder DC noch AC. Nur die Fehlermeldung ohne jede Funktionsstörung. Das erinnerte mich an meinen früheren ID.4 Pro, bei dem der gleiche Fehler – jedoch immer nach dem Ladevorgang – auftrat. Dort wurde auf Garantie ein Steuergerät getauscht.
Der Skoda Servicemoment
Spannend war diesmal weniger die Technik, sondern der Serviceprozess im Hintergrund: Der Wagen läuft als Firmenwagen, und der Vorbesitzer war noch als Hauptnutzer hinterlegt. Ich war die ganze Zeit nur „Gast“ mit meinem Account angemeldet, was ich seit der Übergabe total vergessen hatte. Soweit gab es als Gast keine bemerkbaren Einschränkungen.
Als der Enyaq den Fehler meldete, rief der Skoda Service direkt an, zuerst beim Vorbesitzer und dann bei meiner Firma. Ich selber habe das passiv mitbekommen, da währenddessen mein Gast-Account und der Hauptaccount aus dem System des Autos verschwanden und das Auto aus der App genommen wurde. Ich dachte mir irgendwann, dass ich einen Anruf meines Fleet Managers erhalten würde.
In der Zwischenzeit hatte ich mich als Hauptbenutzer registriert und mein lokales Skoda-Autohaus als Servicepartner hinterlegt. Also war alles schon geklärt, als ich den Anruf von Skoda annahm. Ich solle am nächsten Tag in mein örtliches Autohaus fahren und das Auto checken lassen, da es noch problemlos funktionieren würde. Nach dem Laden und Einkaufen ging es erstmal nach Hause.
Der Überraschungsmoment
Am nächsten Morgen war der Fehler aus der App und nach Überprüfung auch aus dem Auto verschwunden. Also schnell eine Runde gedreht und die Batterieheizung angeschmissen – kein Fehler, keine Explosion, alles funktionierte normal. Nach Rücksprache mit Skoda wäre ein Besuch im Autohaus nicht mehr notwendig, man würde beim Reifenwechsel eine Diagnose laufen lassen.

Mittlerweile habe ich das Schiff 500 km bewegt und dabei mehrmals vorkonditioniert und geladen, ohne jede Fehlermeldung oder Auffälligkeiten. Ob es nun ein kurzer Software-Hänger war, wird die Diagnose zeigen.
Das Wichtigste für mich ist: Der Enyaq läuft weiter.
++UPDATE 30.09.2025+++
Business-Trip im Skoda Enyaq RS – vier Kollegen, 500+ Kilometer und ehrliche Reichweite
Der Dauertest mit meinem Skoda Enyaq RS geht in die nächste Runde. Diesmal stand kein privater Roadtrip an, sondern ein ganz klassischer Business-Trip: 3 Kollegen + ich, IT-Rucksäcke, Übergangsjacken, ca. 250km – morgens hin & abends zurück. Genau die Art von Einsatz, für die ein Dienstwagen eigentlich da ist.
Die Auflistung aller Daten findet ihr weiter unten in einer Tabelle.
Hinweg – flott, aber effizient
Los ging’s mit 99 % Akku und auf 20 Grad vorgewärmten Innenraum. Das Ziel war Neuss, rund 268 Kilometer mit Stauumfahrung entfernt. Die Reisegeschwindigkeit lag bei 130 bis 140 km/h, wenn möglich und erlaubt. Laut System lag der Durchschnitt bei 84 km/h und die Dauer betrug 3:10 Stunden.
Das Wetter war typisch für den Herbst, 9 bis 11,5 Grad und auf 50 % der Strecke gabs mittelstarken Regen. Pausen wurde keine eingelegt, es gab keinen Stau mit Vollstop oder Stop & Go, aber ordentlich viel Verkehr. Mit der Klimaautomatik auf 20,5 Grad und vier Erwachsenen plus leichtem Gepäck lag der Verbrauch bei sehr soliden 20,8 kWh. Angekommen sind wir mit 25 % Rest-SOC (ca. 100km) – also effektiv knapp 350 km Reichweite unter den Bedingungen. Ordentlich!
Rückweg – zäh, nass und mit Stau
Auf der Rückfahrt waren es 254 Kilometer. Diesmal starteten wir mit 85 %, die Durchschnittsgeschwindigkeit sank wegen viel Verkehr und 30 Minuten Vollstop-Stau auf 62 km/h. Die Dauer bis zum Ziel betrug daher 4:03 Stunden inkl. 20 Minuten Pause (Kaffee, Bio – kein Laden).
Die Reisegeschwindigkeit war wieder 130–140 km/h, wenn auch kaum möglich. Es regnete weniger, aber intensiver und die Temperaturen gingen teilweise runter bis auf 7 Grad. Der Durchschnittsverbrauch lag am Ende der Tour bei noch passablen 22,1 kWh. Angekommen sind wir mit 15 % Restakku (50km). Realistisch ergibt das rund 300 km effektiver Reichweite bei Herbstwetter mit viel Regen.
Kurz vor dem Ziel hat der Temperaturabfall bei starkem Regen nochmal 3–4 % Reichweite gekostet. Das war der erste Moment, wo „Reichweiten-Angst“ kurz durchblitzte – obwohl entlang der Route genügend HPC-Lader von Ionity, Allego oder Shell zu finden gewesen wären. Also alles unter Kontrolle.
Eindrücke aus der Praxis
Alle 3 Mitfahrer waren zufrieden – keine Beschwerden über Platz oder Komfort, es konnte über USB-C geladen und in Ruhe auf beheizten Sitzen (auch hinten) telefoniert werden. Der Enyaq RS machte einen sehr entspannten Job.
Alltagstauglichkeit bestätigt
Unterm Strich zeigt sich, dass selbst mit vier Erwachsenen, etwas Gepäck, Klima und viel Regen gut 300 Kilometer und mehr am Stück drin sind. Danach reicht eine Ladepause von 25–30 Minuten und es geht entspannt weiter.
Tabelle
| Parameter | Hinweg | Rückweg |
|---|---|---|
| Strecke | 268 km | 254 km |
| Durchschnittsgeschwindigkeit | 84 km/h | 62 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | 130–140 km/h | 130–140 km/h |
| Dauer | 3:10 h | 4:03 h + 20 Min. Pause |
| Verbrauch (Ø) | 20,8 kWh/100 km | 22,1 kWh/100 km |
| SOC Start | 99 % | 85 % |
| SOC Ziel | 25 % | 15 % |
| Verbrauch in % (SOC-Differenz) | 74 % | 70 % |
| Bedingungen | 9–11,5 °C, 50 % Regen, viel Verkehr, kein Stau | 12–9,5 °C, bis 7 °C, 25 % starker Regen, 30 Min. Stau |
| Insassen & Gepäck | 4 erwachsene Männer, IT/Business-Rucksäcke, Übergangsjacken | |
| Klima | 20,5 °C Automatik | |
| Effektive Restreichweite bei Ankunft | 80–90 km (25 %) | 30–40 km (15 %) |
| Realistische Reichweite | ~350 km | ~300 km |
++UPDATE 20.08.2026+++
Heute geht es um ein heißes Thema, es geht um das MyŠkoda Update 2026 – Die besten neuen Funktionen
Der Enyaq RS rollt immer noch fleißig und arbeitet seine Kilometer ohne große Probleme ab. Mittlerweile sind wir bei knapp 35.000km.
Im VW Konzern scheinen die älteren ID Modelle leider weniger mit Updates der App versorgt zu werden, wie der Vergleich zeigt. Bereits vor einigen Monaten wurden für Skoda Modelle die Akku-Temperaturanzeigen eingespielt und nun liefert die tschechische Schmiede nach! Wichtig ist hier zu beachten, dass ich noch da ältere Modell fahre und nicht das 2026er Modell. Hier gibt es große Unterschiede in den Features und technischen Möglichkeiten.
Skoda hat seiner MyŠkoda-App in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe neuer Funktionen spendiert. Und diesmal reden wir nicht von einem leicht verschobenen Button oder einer neuen Farbe im Menü, sondern von Funktionen, die im Alltag mit einem Elektroauto tatsächlich einen Unterschied machen.
Ich fahre selbst einen Enyaq RS aus 2024 und nutze die App entsprechend regelmäßig. Gerade deshalb fallen ein paar der Neuerungen ziemlich schnell auf: Die Ladeplanung ist deutlich flexibler geworden, Ladeanbieter lassen sich gezielt auswählen oder vermeiden und auch bei den Ladedaten gibt es inzwischen deutlich mehr Details für alle, die gerne etwas tiefer reinschauen.
Also ja: Für normale Menschen praktisch. Für Nerds wie mich stellenweise sogar ziemlich cool.
Ladeanbieter filtern: Endlich entscheidet nicht nur irgendein Algorithmus
Eine der für mich besten Neuerungen betrifft die Routenplanung.
In MyŠkoda lassen sich inzwischen bestimmte Ladeanbieter bevorzugen oder vermeiden. Wer also beispielsweise einen günstigen Tarif bei einem bestimmten Anbieter hat oder unterwegs sowieso bevorzugt ein bestimmtes Ladenetz nutzt, kann das bei der Planung berücksichtigen.
Das klingt erst einmal nach einem kleinen Detail, ist im Alltag aber enorm hilfreich.
Gerade auf der Langstrecke ist das für mich eine der sinnvollsten Verbesserungen überhaupt.
Mehr Kontrolle über den Akkustand am Ziel
Auch bei der eigentlichen Ladeplanung hat Skoda nachgebessert.
Der gewünschte Ladezustand entlang der Route und insbesondere am Ziel lässt sich flexibel einstellen.
Und genau das ist eine dieser Funktionen, die auf dem Papier relativ unspektakulär klingt, im Alltag aber extrem praktisch ist, denn ich möchte nicht immer mit möglichst wenig Akku am Ziel ankommen.
Wenn ich weiß, dass ich dort keine Lademöglichkeit habe oder am nächsten Morgen direkt wieder weiterfahren muss, möchte ich vielleicht noch 30 oder 40 Prozent im Akku haben. Andersherum brauche ich an einem Ziel mit Wallbox natürlich keine riesige Reserve.
Ladestatistiken für Menschen, die es wirklich wissen wollen
Dann gibt es noch die Kategorie Funktionen, bei denen vermutlich 90 Prozent der Nutzer einmal draufschauen und sagen:„Aha.“
Und die restlichen zehn Prozent verbringen dort zehn Minuten. Ich gehöre offensichtlich zur zweiten Gruppe.
Die MyŠkoda-App zeigt inzwischen deutlich detailliertere Informationen rund um Ladevorgänge und Ladehistorie an. Powerpass-Ladevorgänge und Daten einer Skoda-Wallbox können dabei ebenfalls stärker zusammengeführt werden. Dazu kommen unter anderem genauere Ladeinformationen und detailliertere Darstellungen des Ladeverlaufs.
Braucht man das, um ein Elektroauto zu fahren? Nein.
Will ich trotzdem wissen, wie mein Auto geladen hat, wie sich ein Ladevorgang entwickelt hat und was dabei passiert ist? Natürlich.
Gerade für Technikinteressierte wird die App damit deutlich spannender als die klassische Anzeige aus „Akku hat 67 Prozent“.
Fahrtenhistorie kommt direkt in die App
Auch die Fahrtenhistorie wurde erweitert. Für Enyaq und Elroq können vergangene Fahrten inzwischen innerhalb der MyŠkoda-App dargestellt werden. Zusätzlich lassen sich Fahrten als privat oder geschäftlich kategorisieren.
Das macht die Funktion beispielsweise für Dienstwagenfahrer interessant, kann aber auch schlicht dabei helfen, die eigene Nutzung besser nachzuvollziehen.
Skoda bewegt sich damit langsam in eine Richtung, die man von einigen anderen modernen Fahrzeugplattformen schon kennt: Nicht nur das Auto selbst liefert Informationen, sondern die App wird zunehmend zur zentralen Übersicht rund um Nutzung, Laden und Fahrten.
Moderne Klima Steuerung & Camp Mode
Auch die Klimasteuerung selbst wurde innerhalb der App überarbeitet und übersichtlicher zusammengefasst. Das sind keine Funktionen, wegen denen jemand plötzlich einen Enyaq kauft, aber genau solche kleinen Verbesserungen entscheiden am Ende darüber, ob sich eine Hersteller-App nach Pflichtprogramm oder tatsächlich nach einem nützlichen Bestandteil des Autos anfühlt. Tesla grüßt entspannt von vor 10 Jahren.
Eine weitere interessante Neuerung ist der sogenannte Camp Mode. Damit lässt sich die Klimatisierung eines elektrischen Skoda über einen längeren Zeitraum aktiv halten – beispielsweise beim Übernachten im Fahrzeug.
Laut Skoda funktioniert der Camp Mode bei elektrischen Modellen mit aktivem Skoda Connect und ist nicht an eine bestimmte Fahrzeuggeneration oder Fahrzeugsoftware gekoppelt.
Voraussetzung ist ein ausreichend geladener Hochvoltakku. Damit bekommt also auch ein bereits vorhandener Enyaq eine Funktion nachgeliefert, für die nicht zwingend ein komplett neues Fahrzeug notwendig ist.
Und genau solche Updates mag ich. Ein Auto wird dadurch nach dem Kauf tatsächlich funktional etwas besser.
Apple Watch & Widgets
Auch rund um die Bedienung der App hat Skoda einiges verändert.
MyŠkoda ist inzwischen auf der Apple Watch verfügbar. Dort lassen sich unter anderem der Batteriestand und der Verriegelungsstatus überprüfen sowie bestimmte Funktionen der Klimatisierung bedienen.
Zusätzlich gibt es Homescreen-Widgets für das Smartphone, über die wichtige Fahrzeugdaten schneller sichtbar sind.
Ziele aus anderen Apps an MyŠkoda übergeben
Ebenfalls praktisch: Adressen können mittlerweile aus anderen Apps direkt an MyŠkoda übergeben werden.
Man sucht beispielsweise ein Restaurant oder Hotel, teilt die Adresse mit MyŠkoda und kann sie anschließend für die Navigation beziehungsweise Routenplanung verwenden.
Das reduziert genau die Art von unnötigem Herumtippen, die bei vernetzten Autos eigentlich längst nicht mehr nötig sein sollte. Kleine Funktion, große Alltagstauglichkeit.
Laura soll bei der Reiseplanung mitdenken
Auch Skodas Sprachassistentin Laura spielt inzwischen eine größere Rolle, obwohl ich sie im Alltag gar nicht nutze. Ich selbst taste mich grade erst ran, dass ich mit meinen privaten und dienstlichen KI-Assistenten mehr rede, als tippe. Beim Auto bin ich noch so eingestellt, dass ich die komplette Planung im Vorfeld mache und dann an das Auto schicke.
Mit der Integration von Google Gemini soll sie bei der Reiseplanung nicht nur nach Ladestationen suchen, sondern beispielsweise auch Restaurants, Hotels, Supermärkte oder andere Zwischenziele berücksichtigen können. Inzwischen können dabei auch Öffnungszeiten eine Rolle spielen.
Die Idee dahinter ist interessant: Statt lediglich eine Ladestation entlang der Strecke zu suchen, wird der Ladestopp mit Dingen kombiniert, die man während dieser Pause ohnehin erledigen möchte.
Also beispielsweise laden, essen und danach weiterfahren – eigentlich logisch.
Trotzdem haben EV-Routenplaner erstaunlich lange gebraucht, um zu verstehen, dass Menschen an Ladestationen nicht unbedingt 25 Minuten lang eine Ladesäule anschauen möchten.
MyŠkoda entwickelt sich gerade vom Zubehör zum echten Bestandteil des Autos
Hersteller-Apps hatten lange einen relativ einfachen Job: Akkustand anzeigen, Klimaanlage einschalten und hoffentlich nicht beim Login abstürzen. Mit den aktuellen Updates wird MyŠkoda deutlich interessanter.
Vor allem die Kombination aus besserer Ladeplanung, frei wählbarem Ziel-SoC und den Filtern für Ladeanbieter macht für mich persönlich einen echten Unterschied. Das sind keine Funktionen für irgendeine theoretische Zukunft der Elektromobilität, sondern Dinge, die ich mit meinem Enyaq RS aus 2024 heute tatsächlich nutzen kann und Ausweichs-Apps, wie A Better Route Planer, obsolet machen. Hier hatte ich kurz vor dem Update erst ein Abo abgeschlossen.
Dazu kommen detailliertere Ladeinformationen, Fahrtenhistorie, Camp Mode, Widgets, Apple-Watch-Unterstützung und eine zunehmende Integration von Powerpass und Routenplanung.
MyŠkoda ist damit noch lange nicht perfekt und immer noch einen Schritt hinter Tesla, aber Skoda scheint inzwischen verstanden zu haben, dass bei einem Elektroauto nicht nur Motor, Akku und Ladeleistung zur User Experience gehören. Die Software drumherum zählt genauso.
Und wenn Updates dazu führen, dass selbst ein bereits zwei Jahre altes Auto im Alltag neue Funktionen bekommt, dann darf man das ruhig mal positiv erwähnen.






