KIA erweitert seine elektrische Nutzfahrzeugfamilie um den neuen PV7. Der 5,35 Meter lange Elektrotransporter wird als Cargo- und Passenger-Version angeboten, leistet bis zu 200 kW und soll mit der großen Batterie mehr als 460 Kilometer nach WLTP zurücklegen. Der Marktstart in Europa ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.

KIA PV7 misst 5,35 Meter
In der zunächst präsentierten Langversion kommt der KIA PV7 auf eine Länge von 5,35 Meter. Die Breite beträgt 1,995 Meter, die Höhe 1,99 Meter. Der Radstand misst 3,5 Meter.
Damit bewegt sich der PV7 oberhalb des KIA PV5 und tritt größenseitig gegen Konkurrenten wie den Peugeot Expert, den Opel Vivaro oder auch den VW Transporter mit langem Radstand an. Seine kantige Grundform und die weit nach vorn gezogene Fahrgastzelle sollen möglichst viel Raum für Passagiere beziehungsweise Ladung schaffen.
KIA nutzt für den PV7 die speziell für seine elektrischen Nutzfahrzeuge entwickelte Plattform E-GMP.S. Kennzeichnend sind ein flacher Fahrzeugboden, eine skalierbare Antriebstechnik und die Möglichkeit, unterschiedliche Aufbauten auf einer gemeinsamen technischen Basis zu fertigen.
Zum Marktstart stehen der PV7 Passenger Long mit bis zu neun Sitzplätzen und der PV7 Cargo Long zur Verfügung. Später sollen kompakte Varianten, ein Hochdachmodell und ein Fahrgestell für Sonderaufbauten folgen.
Weitere News:
- Vorstellung: Dacia Spring 2026
- Cool: VW ID. BUZZ im Audi RS6 Avant GT-Look
- Gefahr für Hersteller: Robotaxis werden den Automarkt umkrempeln

Zwei Batterien mit bis zu 96,2 kWh
Für den elektrischen Antrieb bietet KIA zwei NCM-Batterien an. Die kleinere Ausführung verfügt über eine Kapazität von 71,5 kWh, während das größere Akkupaket 96,2 kWh bereitstellt.
Je nach Markt und Konfiguration leistet der Elektromotor bis zu 272 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 420 Nm. Zum Marktstart werden die Vorderräder angetrieben. Eine Allradversion ist für einen späteren Zeitpunkt angekündigt.
Die Cargo-Variante mit langem Radstand und großer Batterie soll nach Angaben des Herstellers eine elektrische WLTP-Reichweite von mehr als 460 Kilometern erreichen. Konkrete Reichweitenwerte für die übrigen Ausführungen nennt KIA bislang nicht.
Für schwere Beladung erhält der PV7 Cargo einen speziellen Fahrmodus. Dieser passt die Fahrzeugabstimmung an das jeweilige Gewicht an und soll auch bei stark wechselnder Zuladung ein stabiles und berechenbares Fahrverhalten ermöglichen.
800-Volt-System für kurze Ladepausen
Zu den wichtigsten technischen Merkmalen des PV7 gehört seine 800-Volt-Architektur. An einer entsprechend leistungsfähigen Gleichstrom-Ladesäule soll sich die Batterie innerhalb von rund 25 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufladen lassen. KIA bezieht sich dabei auf einen 350-kW-Schnellladepunkt.
Eine Besonderheit sind die zwei möglichen Ladeanschlüsse. An der Front befindet sich serienmäßig ein Anschluss für Wechsel- und Gleichstrom. Zusätzlich kann der PV7 mit einem weiteren AC-Ladeanschluss im hinteren Seitenbereich ausgestattet werden. Das soll das Laden an Betriebshöfen, Depots und unterschiedlich angeordneten Stellplätzen erleichtern.
Zur Ausstattung gehört außerdem eine Vehicle-to-Load-Funktion. Über Anschlüsse im Innenraum und an der Außenseite können Werkzeuge, Kühlgeräte oder andere elektrische Verbraucher mit Energie aus der Fahrzeugbatterie versorgt werden. Damit kann der PV7 beispielsweise auf Baustellen oder bei mobilen Dienstleistungen als Stromquelle dienen.
Mehr Elektro-Vans und -Transporter:
- Hyundai Staria Elektro startet ab 57.450 Euro
- Zeekr MIX: Starke Alternative zum VW ID.BUZZ
- Fahrbericht Mercedes VLE 400 4Matic
PV7 Cargo bietet bis zu acht Kubikmeter Laderaum
Der PV7 Cargo wurde für Lieferdienste, Logistikunternehmen, Flottenbetreiber sowie kleine und mittelständische Betriebe entwickelt. Abhängig von der Konfiguration stehen vorne zwei oder drei Sitzplätze zur Verfügung.
In der Langversion fasst der Laderaum nach VDA-Norm bis zu 6,1 Kubikmeter. Beim später folgenden Hochdachmodell soll das Ladevolumen auf bis zu acht Kubikmeter steigen. Die maximale Zuladung beträgt beim PV7 Cargo Long 1.165 Kilogramm. Für die kompaktere Version nennt KIA bis zu 1.200 Kilogramm.
Die Ladekante des langen Cargo-Modells liegt 550 Millimeter über dem Boden. Im Laderaum können bis zu drei Europaletten mit den Abmessungen 800 × 1.200 Millimeter untergebracht werden.
Je nach Einsatzgebiet sollen unterschiedliche Bodenmaterialien erhältlich sein. Für das Heck bietet KIA wahlweise eine nach oben öffnende Heckklappe oder zwei seitlich aufschwingende Türen an. Letztere können vollständig geöffnet werden und sollen vor allem das Be- und Entladen auf engen Flächen erleichtern.
Eine Durchladeöffnung in der Trennwand erweitert die Transportmöglichkeiten für lange Gegenstände. Die Türen des Laderaums lassen sich unabhängig voneinander ver- und entriegeln. Über die verbundenen Fahrzeugdienste kann außerdem aus der Ferne kontrolliert werden, ob sämtliche Türen geschlossen sind.
Die Funktion „Smart Walk Away“ schließt die elektrische Schiebetür automatisch, sobald sich der Fahrer mit dem Fahrzeugschlüssel vom PV7 entfernt. Das kann insbesondere bei Lieferdiensten hilfreich sein, deren Fahrer während einer Tour häufig ein- und aussteigen müssen.
Passenger-Version für bis zu neun Personen
Der PV7 Passenger ist für Shuttleunternehmen, Mietwagenanbieter, Reiseveranstalter und Familien vorgesehen. Weltweit wird er mit bis zu neun Sitzplätzen angeboten. Auf dem koreanischen Heimatmarkt soll zusätzlich eine Ausführung mit bis zu elf Plätzen verfügbar sein.
Die siebensitzige Variante erhält ein langes Schienensystem mit herausnehmbaren Sitzen. Dadurch kann der Innenraum abhängig von der Zahl der Passagiere und dem benötigten Gepäckraum umgebaut werden.
Beim Neunsitzer stehen verschiedene Sitzanordnungen zur Wahl. KIA will das Modell sowohl mit als auch ohne vierte Sitzreihe anbieten. Eine separate Klimatisierung für den Fond soll den Reisekomfort erhöhen. Hinzu kommen Ablagen und USB-C-Anschlüsse mit einer Ladeleistung von bis zu 100 Watt.

Cockpit mit zwei großen Displays
Im Innenraum setzt KIA auf ein digitales Cockpit mit 12,9 und 14,6 Zoll großen Bildschirmen. Die Bedienoberfläche orientiert sich nach Angaben des Herstellers an Mobilgeräten. Häufig verwendete Funktionen erhalten dennoch physische Schalter, damit sie während der Fahrt schnell und ohne den Umweg über ein Bildschirmmenü erreichbar bleiben.
Das Infotainmentsystem Pleos Connect basiert auf Android Automotive OS. Es umfasst eine vernetzte Navigation, anpassbare Bildschirmaufteilungen und einen offenen App-Marktplatz. Dort sollen neben KIA-Anwendungen auch Programme externer Entwickler angeboten werden, darunter speziell auf gewerbliche Einsätze zugeschnittene Lösungen.
Softwareaktualisierungen können drahtlos installiert werden. Zudem ist der KI-Sprachassistent Gleo AI integriert. Er soll natürlich formulierte Sprachbefehle verstehen und unter anderem Fahrzeug-, Navigations- und Nachrichtenfunktionen steuern können.
Bei der Gestaltung des Fahrerplatzes berücksichtigte KIA besonders Nutzer, die während eines Arbeitstages häufig ein- und aussteigen. Ein Haltegriff an der A-Säule, eine angepasste Sitzposition und eine optimierte Stufengeometrie sollen die körperliche Belastung reduzieren.

Cargo-Cockpit wird zum mobilen Arbeitsplatz
Der Innenraum des PV7 Cargo folgt dem Konzept eines mobilen Arbeitsplatzes. Das Armaturenbrett bietet mehrere offene Ablageflächen für Dokumente, Mobiltelefone und Arbeitsutensilien. Bei Fahrzeugen mit drei Vordersitzen kann die Rückenlehne des mittleren Sitzes umgeklappt werden. Anschließend steht eine zusätzliche Ablage zur Verfügung.
Im PV7 Passenger fällt die Gestaltung wohnlicher aus. Geschlossene Staufächer, zweifarbige Oberflächen und eine optionale Ambientebeleuchtung sollen eine hochwertigere Atmosphäre schaffen. Eine verfügbare Mittelkonsole kann während einer Pause als Tisch genutzt werden.
Der Beifahrerairbag ist im Dachbereich untergebracht. Dadurch gewinnt KIA zusätzlichen Stauraum im Armaturenbrett. Oberhalb des Fahrerplatzes befindet sich ein weiteres Ablagefach. Im Fond ergänzen eine in das Dach integrierte Klimabedienung, elektrische Schiebetüren und neu entwickelte Sitze die Komfortausstattung.
Unterschiede bei Farben und Materialien
Für die Karosserie kündigt KIA unter anderem die neuen Farben Fjord Blue, Solid Moonrock Gray und Lush Green an. Für die Passenger-Version sollen außerdem matte Lackierungen erhältlich sein.
Der Innenraum des Cargo-Modells ist serienmäßig in Onyx Black gehalten. Alternativ wird Deep Navy angeboten. Orangefarbene Akzente lockern die überwiegend funktionale Gestaltung auf. Eine gesprenkelte Oberfläche der offenen Ablagen soll Schmutz und Kratzer weniger sichtbar machen.
Für den Passenger stehen Onyx Black, eine Kombination aus Schwarz und Grau sowie die Farbstellung Sand & Taupe zur Verfügung. Textilien am oberen Armaturenbrett und an den Sitzflächen sollen den Innenraum wohnlicher wirken lassen. KIA verwendet außerdem biobasierte und recycelte Materialien.
Austauschbare Karosserieteile sollen Reparaturen vereinfachen
Optisch entwickelt der PV7 die mit dem PV5 eingeführte Formensprache weiter. Die hohe, aufrechte Karosserie besitzt eine weit nach vorn gerückte Kabine und ein nahezu flaches Dach. Die schwarze Motorhaube bildet gemeinsam mit den ebenfalls dunklen A-Säulen einen deutlichen Kontrast zur Karosseriefarbe.
Tagfahrleuchten und A-Säulen gehen optisch ineinander über und betonen die Ein-Box-Silhouette. Verdeckte Hauptscheinwerfer, robuste Verkleidungen und ein sichtbarer Unterfahrschutz geben der Front einen technischen Auftritt.
In der Seitenansicht fallen die große Verglasung und die abgesenkte Fensterlinie im vorderen Bereich auf. Das soll die Sicht nach außen und insbesondere den Blick auf nahe Hindernisse verbessern. Passenger- und Cargo-Ausführung unterscheiden sich durch ihre Fensterflächen und Verkleidungselemente.
Am Heck verwendet KIA je nach Variante unterschiedliche Türen beziehungsweise Heckklappen. Sichtbare Scharniere unterstreichen den Nutzfahrzeugcharakter. Stoßfängerecken, Radlaufbereiche und Teile der Türverkleidungen sind austauschbar. Beschädigte Elemente sollen dadurch einzeln ersetzt werden können, was Reparaturkosten und Standzeiten reduzieren kann.
Umfangreiche Assistenz- und Sicherheitsausstattung
Zum Sicherheitspaket des PV7 gehören sieben Airbags. Der Beifahrerairbag ist dabei nicht im Armaturenbrett, sondern am Dach angebracht. Der Pedal Misapplication Safety Assist 2.0 soll erkennen, wenn der Fahrer versehentlich das falsche Pedal betätigt, und das Risiko einer unbeabsichtigten Beschleunigung reduzieren.
Zu den verfügbaren Assistenzsystemen gehören ein Kollisionsvermeidungsassistent, ein Spurhalteassistent, eine navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelung und der Highway Driving Assist 2.0.
Hinzu kommen Parksensoren für Front, Seiten und Heck, ein ferngesteuerter Parkassistent, eine Rückfahrkamera sowie eine 360-Grad-Umgebungsansicht. Mit der integrierten Kamera „Built-in Cam 3.0“ können Fahrer Aufnahmen der Fahrt speichern und später ansehen.
Flottenmanagement und vorausschauende Wartung
KIA versteht den PV7 nicht nur als Fahrzeug, sondern als Teil eines vernetzten Dienstleistungsangebots. Über das KIA Business Solutions Portal sollen Unternehmen Ladevorgänge, Wartungstermine, Fahrzeugdaten und den täglichen Flottenbetrieb verwalten können.
Standardisierte Schnittstellen stellen Fahrzeugdaten für externe Flottenmanagementsysteme bereit. Unternehmen können die Informationen dadurch in bestehende Betriebssoftware integrieren.
Die sogenannten Uptime-Dienste überwachen den Fahrzeugzustand in Echtzeit. Vorausschauende Diagnosen sollen technische Probleme erkennen, bevor sie zu einem Ausfall führen. Wartungsmaßnahmen können dadurch frühzeitig geplant und ungeplante Standzeiten reduziert werden.
Insgesamt 23 Varianten angekündigt
Nach dem Marktstart will KIA die PV7-Familie schrittweise auf insgesamt 23 Varianten ausbauen. Vorgesehen sind Cargo-Ausführungen in Compact, Long und High Roof sowie Passenger-Modelle in Compact und Long.
Zusätzlich soll ein Chassis Cab für Spezialaufbauten angeboten werden. Auf dieser Basis sind zahlreiche Umbauten für unterschiedliche Branchen denkbar. Die Produktion übernimmt das PBV-Werk Hwaseong EVO West gemeinsam mit einem eigenen Umbauzentrum und regionalen Aufbaupartnern.
Eine standardisierte Schnittstelle soll es ermöglichen, nachgerüstete Geräte und Aufbauten über das Bediensystem des Fahrzeugs zu steuern. Dadurch könnten beispielsweise Kühlanlagen, Spezialbeleuchtung oder andere branchenspezifische Systeme direkt in die Fahrzeugsoftware eingebunden werden.
Für 2029 hat KIA außerdem den größeren PV9 angekündigt. Er soll das PBV-Programm oberhalb des PV7 erweitern.
Premiere auf der IAA Transportation 2026
KIA zeigt den PV7 vom 15. bis 20. September 2026 auf der IAA Transportation in Hannover. Ausgestellt werden ein PV7 Passenger Long und zwei PV7 Cargo Long.
Daneben präsentiert der Hersteller sieben Ausführungen des kleineren PV5: Cargo Compact, Cargo High Roof, Passenger mit sieben Sitzplätzen, eine rollstuhlgerechte Variante, ein Fahrgestell, eine Crew-Version und einen zum Food Truck umgebauten PV5.
Der europäische Verkaufsstart des KIA PV7 Passenger und PV7 Cargo ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Preise sowie vollständige Angaben zu Reichweiten, Ladeleistungen und Ausstattungslinien will der Hersteller zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
| Kia PV7 – Vorläufige technische Daten | ||||
| Variante | Passenger (Langversion, 9 Sitze) | Cargo (Langversion, 3 Sitze) | ||
| Batteriekapazität | 71,5 kWh | 96,2 kWh | 71,5 kWh | 96,2 kWh |
| Länge | 5.350 mm | 5.350 mm | ||
| Breite* | 1.995 mm | 1.995 mm | ||
| Höhe** | 1.990 mm | 1.990 mm | ||
| Radstand | 3.500 mm | 3.500 mm | ||
| Antrieb | 2WD (Frontantrieb)*** | |||
| Max. Leistung | 200 kW | |||
| Max. Drehmoment | 420 Nm | |||

