KIA legt bei seinen elektrischen Nutzfahrzeugen nach. Mit dem PV7 steht nach dem KIA PV5 bereits das zweite Modell aus der neuen PBV-Familie in den Startlöchern. Erste Bilder und ein Video zeigen den großen Elektro-Transporter nun noch vor seiner offiziellen Premiere. Die findet am 14. September 2026 im Rahmen der IAA Transportation in Hannover statt. Für Besucher öffnet die Nutzfahrzeugmesse anschließend vom 15. bis 20. September ihre Tore.
Der PV7 wird oberhalb des bereits eingeführten PV5 positioniert und soll KIA damit den Zugang zu weiteren Bereichen des Marktes für leichte elektrische Nutzfahrzeuge ermöglichen. Entsprechend fällt der Neue deutlich größer aus und verspricht vor allem mehr Platz für Ladung beziehungsweise unterschiedlichste Auf- und Umbauten.
Konkrete technische Daten hält Kia allerdings noch unter Verschluss. Angaben zu Abmessungen, Nutzlast, Batteriegrößen, Reichweite oder Ladeleistung dürfte es spätestens zur Weltpremiere in Hannover geben. Als Anhaltspunkt dürften aber wohl die Eckdaten des KIA PV7 Concept herhalten. Das Concept-Car ist 5,27 Meter lang, 2,07 Meter breit und 2,12 Meter hoch. Der Radstand liegt bei 3,39 Meter. Damit wäre des KIA PV7 ca. auf einem Level wie der Ford Transit Custom L2 (5,45 Meter)
Kia PV7 wird der große Bruder des PV5
Optisch bleibt der PV7 eng mit dem kleineren PV5 verwandt. Kia setzt auf eine weitgehend kastenförmige One-Box-Karosserie, die möglichst viel nutzbaren Innenraum schaffen soll. Die Frontscheibe geht weit nach vorne, während kurze Überhänge ebenfalls der Raumausnutzung zugutekommen dürften.
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Auffällig sind die großflächigen schwarzen Elemente an Front und Säulen sowie die weit außen angeordneten Leuchten. Front- und Rückleuchten greifen die bereits vom PV5 bekannte Designsprache auf. Trotz seiner Nutzfahrzeug-Proportionen soll sich der PV7 damit deutlich von klassischen Transportern abheben.
Die jetzt veröffentlichten Bilder zeigen das Fahrzeug bewusst in unterschiedlichen Alltagssituationen. KIA will den PV7 nicht auf den klassischen Lieferwagen reduzieren. Neben Logistik- und Flottenanwendungen sollen die PBV-Modelle perspektivisch unter anderem für Personenbeförderung, Dienstleistungen und Freizeitlösungen angepasst werden können. Camper-Freunde könnten also durchaus frohlocken, dass es auch eine Camping-Version des KIA PV7 geben könnte.
E-GMP.S als technische Basis
Unter dem Blech setzt KIA auf die Plattform E-GMP.S – Electric Global Modular Platform for Service. Sie wurde auf Grundlage der Erfahrungen mit der bekannten E-GMP-Elektroarchitektur entwickelt, ist aber speziell auf die Anforderungen der PBV-Fahrzeuge zugeschnitten.
Ein wichtiger Bestandteil ist der modulare Aufbau. Unterschiedliche Karosserieformen sollen sich auf einer gemeinsamen technischen Basis realisieren lassen. Beim kleineren PV5 nutzt Kia dieses Prinzip bereits für zahlreiche Varianten. Neben Passenger und Cargo entstehen unter anderem ein Chassis Cab, ein siebensitziger Passenger, eine rollstuhlgerechte WAV-Version und sogar spezielle Aufbauten wie ein Foodtruck.
Beim PV7 dürfte Kia dieses Konzept noch weiter ausreizen. Bereits bei der Vorstellung seiner langfristigen PBV-Strategie hatte der Hersteller den PV7 als großes Modell mit besonders viel Laderaum beschrieben. Softwarebasierte Dienste und Flottenlösungen sollen ebenfalls eine größere Rolle spielen.
PV5 zeigt, wohin die Reise geht
Was technisch beim PV7 möglich sein könnte, lässt sich zumindest teilweise am kleineren PV5 ablesen. Der basiert bereits auf E-GMP.S und wird in mehreren Längen und Höhen angeboten.
Beim PV5 Cargo stehen je nach Variante Batterien mit 43,3, 51,5 oder 71,2 kWh zur Verfügung. Die jüngsten Cargo-Versionen unterstützen zudem dreiphasiges AC-Laden mit bis zu 22 kW. Für die Hochdachversion nennt Kia eine Reichweite von bis zu 372 Kilometern, für eine Standardvariante bis zu 392 Kilometer.
Diese Werte lassen sich allerdings nicht einfach auf den größeren PV7 übertragen. Aufgrund seiner Abmessungen und seines Einsatzprofils wäre beispielsweise eine größere Batterie denkbar – bestätigt hat Kia das bislang jedoch nicht.
Galerie KIA PV5 Passenger
Kia will mit PV5 und PV7 groß ins Nutzfahrzeuggeschäft einsteigen
Hinter den beiden Modellen steckt eine durchaus ambitionierte Strategie. KIA betrachtet seine „Platform Beyond Vehicle“-Fahrzeuge nicht lediglich als weitere Elektroautos, sondern will daraus ein eigenes Ökosystem für gewerbliche Mobilität entwickeln. Fahrzeuge, Software, Flottenmanagement, Ladeinfrastruktur und kundenspezifische Aufbauten sollen dabei zusammenspielen.
Entsprechend hoch sind die langfristigen Ziele. KIA hatte angekündigt, bis 2030 jährlich rund 250.000 PBV verkaufen zu wollen. Der PV5 soll davon rund 150.000 Einheiten ausmachen, für den größeren PV7 waren 100.000 Fahrzeuge pro Jahr vorgesehen. Nach der aktuellen Produktplanung soll der PV7 2027 auf den Markt kommen.
Und damit ist die Familie noch nicht komplett. KIA plant für 2029 mit dem PV9 ein weiteres Modell. Ursprünglich gehörte zudem ein besonders kompakter PV1 zur PBV-Roadmap.
Große PBV-Show auf der IAA Transportation
Die Premiere des PV7 nutzt KIA gleichzeitig für eine größere Präsentation seiner Nutzfahrzeugstrategie. Auf der IAA Transportation wird nicht nur der neue Elektro-Transporter stehen. Die Koreaner bringen auch eine ganze Reihe von Varianten des PV5 nach Hannover.
Dazu gehören unter anderem unterschiedliche Cargo-Versionen, das PV5 Chassis Cab, der Passenger mit sieben Sitzen und weitere Spezialausführungen. KIA will damit vor allem zeigen, wie flexibel sich die E-GMP.S-Architektur an unterschiedliche gewerbliche Anforderungen anpassen lässt.
Der PV7 dürfte dabei jedoch die Hauptrolle übernehmen. Mit ihm verlässt KIA endgültig die Größenklasse des kompakten PV5 und greift weiter oben im Markt für elektrische Transporter an. Wie groß der Neue tatsächlich wird, wie viel er laden darf und vor allem welche Reichweite seine Batterie ermöglicht, erfahren wir spätestens am 14. September.
Hersteller: KIA


























