Mercedes-AMG bringt seine neue Elektroplattform AMG.EA in SUV-Form. Der AMG GT SUV startet mit 544 PS, die stärkste Version bietet unglaubliche 1.169 PS. Dazu kommen bis zu 700 Kilometer Reichweite, Ladeleistungen von maximal 710 kW und Preise ab 113.050 Euro.
Ein Hochsitz auf der Überholspur
Mercedes-AMG legt nach. Auf den elektrischen AMG GT Viertürer folgt nun der AMG GT SUV – und der macht aus der neuen Elektroplattform der Affalterbacher einen 5,08 Meter langen Hochleistungscrossover. Drei Leistungsstufen stehen zur Wahl: GT 53, GT 55 und GT 63. Bereits die Basisversion leistet 544 PS. Im Topmodell arbeiten gleich drei Elektromotoren mit zusammen 1.169 PS.
Die Frage, ob ein SUV tatsächlich so viel Leistung braucht, dürfte sich beim Blick auf die technischen Daten erneut stellen. Doch AMG geht es beim GT SUV nicht allein um Beschleunigungsrekorde. Der elektrische Neuzugang soll die Fahrleistungen eines Supersportwagens mit dem Platzangebot und Komfort eines großen Familien-SUV verbinden.
Dass ausgerechnet der SUV langfristig erfolgreicher werden könnte als die flachere GT-Limousine, wäre angesichts der Beliebtheit leistungsstarker Geländewagen kaum überraschend.
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Mercedes-AMG GT SUV: Drei Versionen mit 544 bis 1.169 PS
Schon der Einstieg in die neue Baureihe ist alles andere als zurückhaltend. Der Mercedes-AMG GT 53 SUV leistet 400 kW (544 PS), verfügt über Allradantrieb und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Mit einem Gewicht von rund 2,5 Tonnen ist der große Stromer zwar kein Leichtgewicht, doch an Leistung dürfte es im Alltag kaum fehlen.
Eine Klasse darüber rangiert der AMG GT 55 SUV mit bis zu 600 kW (816 PS). Die technische Speerspitze bildet der GT 63 SUV. Seine drei Elektromotoren entwickeln zusammen maximal 860 kW (1.169 PS) und ein Drehmoment von 2.000 Newtonmetern.
Damit beschleunigt das rund 2,7 Tonnen schwere Topmodell in nur 2,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Bei 270 km/h wird elektronisch abgeregelt. Selbst die angegebene Dauerleistung von 530 kW (721 PS) liegt noch deutlich über der Maximalleistung vieler konventioneller Sportwagen.
Axialflussmotoren für den AMG GT 55 und GT 63
Eine der wichtigsten technischen Besonderheiten steckt im Antrieb der beiden stärkeren Versionen. AMG setzt hier auf besonders kompakte Axialflussmotoren.
An der Hinterachse arbeiten zwei dieser Elektromotoren gemeinsam mit jeweils einem Planetenradgetriebe in einer kompakten Antriebseinheit. Motoren und Getriebe werden mit Öl gekühlt. Zwei wassergekühlte Siliziumkarbid-Inverter übernehmen die Steuerung der hohen elektrischen Leistungen.
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Diese Bauweise soll eine besonders hohe Leistungsdichte ermöglichen. Schließlich müssen mehr als 1.100 PS nicht nur kurzfristig erzeugt, sondern auch kontrolliert und möglichst zuverlässig auf die Straße gebracht werden.
Auch das Fahrwerk erhält besondere Aufmerksamkeit. Eine variable Nick- und Wankstabilisierung soll verhindern, dass sich der große SUV bei schnellen Richtungswechseln zu stark zur Seite neigt oder beim Bremsen und Beschleunigen übermäßig bewegt. Gleichzeitig verspricht Mercedes-AMG einen hohen Federungskomfort.
Bis zu 128 kWh Batterie und 700 Kilometer Reichweite
Bei den Akkus stehen zwei Größen zur Wahl. Die kleinere Batterie besitzt eine Kapazität von 106 kWh und besteht aus 18 Modulen. Das größere Batteriepaket umfasst 22 Module und bietet 128 kWh.
Beide Varianten nutzen eine 800-Volt-Architektur mit direkt gekühlten Rundzellen. Das soll insbesondere bei hohen Leistungsanforderungen und beim Schnellladen Vorteile bringen.
Mit dem großen Akku stellt Mercedes-AMG eine Normreichweite von bis zu 700 Kilometern in Aussicht. Angesichts der gebotenen Leistung ist das ein bemerkenswerter Wert, der allerdings nur bei entsprechend zurückhaltender Fahrweise erreichbar sein dürfte.
Wer die Beschleunigung des GT 63 regelmäßig auskostet oder mit hohem Tempo über die Autobahn fährt, wird erheblich früher wieder an die Ladesäule müssen.
Bis zu 710 kW Ladeleistung
Fast noch beeindruckender als die Motorleistung fallen die Angaben zum Schnellladen aus.
Der AMG GT 53 SUV soll bereits mit maximal 600 kW Gleichstrom laden können. Für die stärkeren Varianten GT 55 und GT 63 nennt Mercedes-AMG sogar eine Spitzenladeleistung von 710 kW.
Das sind Werte, die deutlich über dem liegen, was die meisten heutigen öffentlichen Pkw-Schnellladesäulen bereitstellen können. Um das Potenzial vollständig auszunutzen, braucht es entsprechend leistungsfähige Ladeinfrastruktur.
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Wie lange ein typischer Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent dauert, geht aus den vorliegenden Angaben noch nicht hervor. Entscheidend ist dabei nicht allein die kurzzeitig erreichbare Spitzenleistung, sondern vor allem die Ladekurve über einen größeren Bereich des Akkustands.
Innenraum: Drei Displays und bis zu 1.740 Liter Kofferraum
Trotz seiner sportlichen Ausrichtung soll der AMG GT SUV ein vollwertiger Alltagsbegleiter sein.
Der Radstand beträgt 3,08 Meter und schafft damit gute Voraussetzungen für großzügige Platzverhältnisse. Insbesondere die Kopffreiheit im Fond dürfte gegenüber der flacheren GT-Limousine spürbar profitieren.
Das Kofferraumvolumen beträgt 607 Liter. Werden die Rücksitze umgeklappt, wächst der Stauraum auf bis zu 1.740 Liter. Zusätzlich gibt es unter der Fronthaube einen 78 Liter großen Frunk, beispielsweise für Ladekabel und kleinere Gepäckstücke.
Das Cockpit orientiert sich am elektrischen AMG GT Viertürer. Ein 10,2 Zoll großes digitales Kombiinstrument und ein 14 Zoll großer Zentralbildschirm bilden eine zum Fahrer ausgerichtete Einheit. Hinzu kommt ein separater Bildschirm für den Beifahrer.
Für die Software ist das Mercedes-Benz-Betriebssystem MB.OS zuständig. Es integriert unter anderem KI-Dienste wie ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini.
Typisch AMG sind die stark konturierten Sportsitze und die auf sportliches Fahren ausgelegte Bedienung. Wer möchte, kann sich außerdem von künstlich erzeugten Antriebsgeräuschen begleiten lassen. Alternativ bleibt der elektrische SUV weitgehend lautlos.
Marktstart und Preise: AMG GT 53 ab 113.050 Euro
Produziert wird der neue Mercedes-AMG GT SUV im Werk Sindelfingen. Die technische Entwicklung und Abstimmung erfolgen unter Federführung von Mercedes-AMG in Affalterbach.
Den Anfang macht der AMG GT 53 SUV. Die Einstiegsversion soll ab der kommenden Woche bestellbar sein und mindestens 113.050 Euro kosten.
Die beiden stärkeren Modelle GT 55 und GT 63 folgen im Frühjahr 2027. Offizielle Preise für diese Versionen liegen noch nicht vor. Angesichts ihrer aufwendigen Antriebstechnik und erheblich höheren Leistung dürften gut ausgestattete Fahrzeuge allerdings auch die Marke von 150.000 Euro überschreiten.
Technische Daten des Mercedes-AMG GT SUV
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Plattform | AMG.EA |
| Länge | 5,08 m |
| Radstand | 3,08 m |
| Antrieb | Elektrischer Allradantrieb |
| Leistung GT 53 | 400 kW / 544 PS |
| Leistung GT 55 | 600 kW / 816 PS |
| Leistung GT 63 | 860 kW / 1.169 PS |
| Drehmoment GT 63 | 2.000 Nm |
| 0–100 km/h GT 63 | 2,5 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 250–270 km/h |
| Batterie | 106 oder 128 kWh |
| Bordnetz | 800 Volt |
| Maximale DC-Ladeleistung | 600–710 kW |
| Reichweite | Bis zu 700 km |
| Kofferraum | 607–1.740 Liter |
| Frunk | 78 Liter |
| Einstiegspreis | 113.050 Euro |
Sportwagen mit Familienanschluss
Mit dem AMG GT SUV bringt Mercedes-AMG ein Fahrzeug, das in mehrfacher Hinsicht Grenzen verschiebt. Mehr als 1.100 PS, 2.000 Newtonmeter und 710 kW Ladeleistung klingen eher nach einem technischen Versuchsträger als nach einem SUV mit großem Kofferraum und Platz für die Familie.
Interessant ist dabei weniger die schiere Maximalleistung als die Kombination aus 800-Volt-Technik, großen Batterien, leistungsfähigen Elektromotoren und einem auf Komfort ausgelegten Fahrwerk.
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Ob daraus tatsächlich ein überzeugender Sportwagen auf Stelzen wird, muss sich erst auf der Straße zeigen. Denn ein 2,7 Tonnen schwerer SUV bleibt auch mit mehr als 1.000 PS ein ausgesprochen schweres Auto.
Fest steht: Wer bisher glaubte, elektrische AMG-Modelle könnten den großen Verbrennern emotional nicht das Wasser reichen, bekommt mit dem GT 63 SUV zumindest auf dem Papier ein ziemlich eindrucksvolles Gegenargument.
Galerie Mercedes-AMG GT SUV






