Die Vorstellung des neuen VW ID.3 GTI hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die Rückkehr zum traditionsreichen GTI-Kürzel ist nachvollziehbar, und auch optisch setzt sich das Sportmodell erkennbar vom regulären ID. 3 Neo ab. Bei Leistung, Technik und Erscheinungsbild hätte Volkswagen unserer Meinung nach den Abstand zu den übrigen Varianten jedoch noch deutlicher ausarbeiten können.
Da der ID.3 GTI im Wesentlichen die Position des bisherigen GTX Performance übernimmt, bleibt innerhalb der Modellreihe grundsätzlich Platz für eine nochmals sportlichere Clubsport-Version – ähnlich den Golf GTI Clubsport-Versionen der Vergangenheit. Ein möglicher VW ID.3 GTI Clubsport könnte sich also ebenfalls stärker auf den Einsatz bei Trackdays konzentrieren und das bekannte Konzept des Golf GTI Clubsport auf ein Elektroauto übertragen.

Rund 350 PS wären technisch vorstellbar
Der reguläre ID.3 GTI leistet 326 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 545 Newtonmetern bereit. Für eine mögliche Clubsport-Ausführung wäre eine Anhebung auf etwa 350 PS denkbar.
Eine höhere Motorleistung würde möglicherweise Anpassungen an der Kühlung von Antrieb und Batterie erforderlich machen. Besonders bei mehreren schnellen Runden auf einer Rennstrecke entstehen hohe thermische Belastungen. Eine stabil abrufbare Leistung wäre für ein Clubsport-Modell deshalb wichtiger als ein lediglich kurzzeitig verfügbarer Spitzenwert.
Die zusätzliche Leistung und eine sportlichere Bereifung könnten zugleich den Energieverbrauch erhöhen. Die WLTP-Reichweite würde dann vermutlich unter den für den normalen ID.3 GTI genannten Wert von 601 Kilometern fallen. Bei einem konsequent auf Fahrdynamik ausgerichteten Spitzenmodell wäre eine geringere Reichweite jedoch vertretbar. Der 79 kWh große Akku böte weiterhin ausreichend Kapazität für mehrere schnelle Runden und die anschließende Fahrt zur Ladestation.
Schnellere Beschleunigung als beim Corsa GSE
Mit Launch Control beschleunigt der ID.3 GTI innerhalb von 5,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Damit liegt er auf einem ähnlichen Niveau wie der kleinere Opel Corsa GSE, der den Standardsprint in 5,5 Sekunden absolviert.
Ein ID.3 GTI Clubsport mit etwa 350 PS sollte sich daher auch bei der Beschleunigung deutlicher vom normalen GTI absetzen. Eine Zeit von ungefähr 5,4 Sekunden oder weniger wäre abhängig von Traktion, Reifen und Leistungsentfaltung grundsätzlich wünschenswert.
Race-Modus für den Einsatz auf der Rennstrecke
Der ID.3 GTI besitzt bereits einen eigenen GTI-Fahrmodus, der Antrieb, Lenkung und adaptive Dämpfer sportlicher abstimmt. Bei einer Clubsport-Ausführung könnte Volkswagen diesen um einen zusätzlichen Race-Modus ergänzen.
Ein solches Programm könnte die Stabilitätskontrolle später eingreifen lassen, die Reaktion des Fahrpedals verändern und die Dämpfer gezielt auf den Einsatz auf einer Rennstrecke abstimmen.
Das adaptive Fahrwerk könnte außerdem mehr Einstellmöglichkeiten erhalten. Denkbar wäre eine getrennte Abstimmung für schnelle, ebene Rennstrecken und unruhigere Kurse wie die Nürburgring-Nordschleife. Eine möglichst harte Einstellung ist dort nicht automatisch die schnellste Lösung, da Bodenwellen, Kuppen und Kompressionen ausreichend Federweg erfordern.
Größere Bremsanlage und sportlichere Sitze
Zu einer Clubsport-Version würde auch eine leistungsfähigere Bremsanlage gehören. Größere Scheiben, standfestere Beläge und eine verbesserte Kühlung könnten die thermische Belastbarkeit erhöhen.
Im Innenraum wären stärker konturierte Sportsitze mit zusätzlichem Seitenhalt sinnvoll. Sie würden den Fahrer bei schnellen Kurvenfahrten besser fixieren, ohne dass zwingend auf die Alltagstauglichkeit verzichtet werden müsste. Optional könnten besonders leichte Schalensitze angeboten werden.

Ergänzend wären spezielle Anzeigeoptionen für den Einsatz auf der Rennstrecke denkbar. Dazu könnten gehören:
- Rundenzeitmessung
- Speicherung und Vergleich einzelner Runden
- Anzeige von Längs- und Querbeschleunigung
- Beschleunigungs- und Bremsmessungen
- Darstellung der Batterie- und Antriebstemperatur
- Anzeige der dauerhaft verfügbaren Leistung
- Reifendruck- und Reifentemperaturinformationen
Gerade bei einem elektrischen Tracktool wären Informationen zum thermischen Zustand besonders relevant. Der Fahrer könnte dadurch erkennen, ob Batterie und Antrieb weiterhin ihre volle Leistung bereitstellen oder eine Abkühlphase erforderlich ist.
Hier zum Vergleich nochmal der VW ID. 3 GTI:





