Range Rover bringt erstmals eine rein elektrische Variante seines Luxus-SUV auf den Markt. Der Range Rover Electric wird wie die konventionell angetriebenen Modelle im britischen Werk Solihull produziert und kombiniert zwei Elektromotoren mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 118,5 kWh. Als Reichweite nennt der Hersteller bis zu 600 Kilometer nach WLTP.
Der elektrische Range Rover EV550 basiert auf einer von Beginn an für unterschiedliche Antriebsarten ausgelegten Fahrzeugarchitektur. An Vorder- und Hinterachse kommt jeweils ein Permanentmagnet-Elektromotor mit 353 PS zum Einsatz. Die Systemleistung gibt Range Rover mit bis zu 550 PS an, das maximale Drehmoment beträgt 850 Nm. Unterhalb des EV550 rangiert der EV450 mit 450 PS.
Für den Sprint auf 100 km/h soll das Dickschiff 4,5 Sekunden brauchen (EV550 SWB). Preislich geht’s bei 163.500 Euro für den Range Rover Electric EV450 los, der EV550 kostet ab 180.100 Euro.
118,5-kWh-Akku und 800-Volt-Technik
Die Energieversorgung übernimmt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 118,5 kWh nutzbarer Kapazität. Sie besteht aus 344 prismatischen Zellen, die in einer Doppelstapel-Anordnung untergebracht sind.
Der Range Rover Electric arbeitet mit einer 800-Volt-Architektur und kann entsprechend hohe DC-Ladeleistungen nutzen. An einer geeigneten 350-kW-Schnellladesäule soll sich die Batterie unter optimalen Bedingungen innerhalb von rund 22 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen.
Innerhalb von zehn Minuten sollen sich bis zu 125 Meilen beziehungsweise rund 201 Kilometer EPA-Reichweite nachladen lassen. Angaben zur maximalen tatsächlichen DC-Ladeleistung des Fahrzeugs nennt Range Rover in der Mitteilung nicht.
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Bis zu 600 Km nach WLTP
Die maximale Reichweite gibt Range Rover mit bis zu 600 Km an. Zur Steigerung der Effizienz setzt Range Rover unter anderem auf Siliziumkarbid-Halbleiter in der Leistungselektronik. Die beiden Elektromotoren sollen nach Angaben des Herstellers bei gleicher Baugröße rund 20 Prozent mehr Drehmoment als vergleichbare Motoren erzeugen.
Eine weitere Rolle spielt das ThermAssist-Wärmemanagement. Das System regelt die Temperaturen von Batterie und Antrieb und soll insbesondere unter extremen klimatischen Bedingungen Vorteile bringen. Range Rover spricht von bis zu 40 Kilometern zusätzlicher Reichweite und einem um bis zu 40 Prozent reduzierten Energiebedarf für die Beheizung.
Für Landlord und Pferde-Frau
Der Range Rover Electric bietet danke seines Allradantriebs eine maximale Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen. Die Wattiefe gibt der Hersteller mit 900 Millimeter an. Bei Bedarf sollen sogar 960 Millimeter möglich sein. Selbst Flussdurchfahrten sind damit als möglich (abhängig vom Fluss 🙂 ).
Allradantrieb mit schneller Traktionsregelung
Trotz des Elektroantriebs soll der Range Rover seine Geländefähigkeiten beibehalten. Dafür hat der Hersteller mehrere neue Regelsysteme entwickelt.
Die Intelligent Driveline Dynamics, kurz IDD, kann das Drehmoment an der Hinterachse zwischen null und 100 Prozent verteilen. Ergänzt wird das System durch das Integrated Traction Management (ITM). Dieses kann die Drehzahl der Elektromotoren innerhalb von 50 Millisekunden anpassen.
Laut Range Rover reagiert die Schlupfregelung damit bis zu 100-mal schneller als bei einem vergleichbaren Modell mit Verbrennungsmotor.
Zusammen mit dem neuen Ein-Pedal-Modus soll die Technik auch bei anspruchsvollen Geländepassagen helfen. Der Range Rover Electric soll Steigungen von bis zu 33 Grad bewältigen können. Kurzzeitig sind laut Hersteller sogar Steigungen von bis zu 45 Grad möglich.
Smartphone-App mit Ladeplanung
Passend zum neuen Elektroantrieb erweitert Range Rover auch seine digitalen Dienste. Über die neue Range Rover App können Fahrer unter anderem den Ladezustand und die prognostizierte Reichweite überprüfen.
Darüber hinaus lassen sich Ladevorgänge planen, beispielsweise um beim Laden zu Hause günstigere Stromtarife zu nutzen. Auch Funktionen wie Lenkradheizung, Fahrzeugverriegelung und Standortabfrage können über das Smartphone gesteuert werden.
In Nordamerika erhält der Range Rover Electric eine integrierte NACS-Kompatibilität und damit Zugang zum Tesla-Supercharger-Netzwerk. Zusätzlich bietet Range Rover eine eigene Heimladestation an.
Mehr als 1,45 Millionen Testkilometer
Vor dem Serienstart hat JLR (Jaguar Land Rover) den ersten elektrischen Range Rover umfangreichen Tests unterzogen. Nach Angaben des Unternehmens kamen dabei mehr als 1,45 Millionen Testkilometer und insgesamt über 250.000 Entwicklungsstunden in der realen und virtuellen Welt zusammen.
Erprobt wurde das Fahrzeug unter anderem bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius im schwedischen Arjeplog, in der Hitze Dubais sowie auf dem JLR-Testgelände rund um Eastnor Castle in Großbritannien.
Auch die Hochvoltbatterie wurde umfangreichen Belastungstests unterzogen. In einem neuen Batterietestlabor testet JLR die Akkus unter anderem bei Temperaturen zwischen minus 40 und plus 90 Grad Celsius sowie unter Vibrations- und Stoßbelastungen.
Nach Angaben des Herstellers wurden im Zusammenhang mit dem Range Rover Electric mehr als 300 Patentanmeldungen eingereicht – mehr als für jedes andere einzelne Fahrzeug in der bisherigen Geschichte der Marke.













