Bild 14

MGS6 EV: Viel Platz, viel Ausstattung, viel Konkurrenz

MG bringt mit dem MGS6 EV ein neues Elektro-SUV an den Start, das ziemlich genau da angreift, wo es weh tut: Skoda Enyaq, Tesla Model Y, Mittelklasse, viel Volumen. Preislich startet das Ganze bei 49.990 Euro – also mitten im relevanten Bereich.

Auf dem Papier klingt das erstmal nach einem richtig starken Paket. In der Realität wird es etwas komplizierter.

Größe und Raum: hier liefert MG richtig ab

Mit rund 4,71 Metern Länge bewegt sich der MGS6 klar auf Enyaq-Niveau – und nutzt das auch. Der Innenraum ist großzügig, der Kofferraum sogar überdurchschnittlich groß. Besonders auffällig:

  • 674 bis 1.910 Liter Ladevolumen
  • zusätzlicher Frunk mit bis zu 124 Litern

Bild 18

Damit setzt sich MG beim Platzangebot sogar vor viele direkte Konkurrenten. Das ist kein Detail, sondern ein echter Kaufgrund – gerade für Familien oder Vielfahrer.

Bild 17

Optisch bleibt der MGS6 eher zurückhaltend. Kein extremes Design, eher eine Mischung aus Kombi und SUV. Funktional, gefällig, aber ohne echten Wow-Moment.

Antrieb: solide, aber mit Einschränkungen

MG bietet zwei Varianten an:

  • RWD: 180 kW, 350 Nm
  • AWD: 266 kW, 540 Nm

Gerade der Allrad klingt auf dem Papier stark, aber technisch gibt es einen kleinen Haken. Der vordere Motor kann nicht vollständig entkoppelt werden und läuft immer leicht mit. Das kostet Effizienz – und genau das sieht man dann auch beim Verbrauch.

Mehr von MG:

Die wichtigsten Eckdaten:

  • bis zu 530 km WLTP (RWD)
  • ca. 485 km WLTP (AWD)
  • Verbrauch spürbar über Enyaq-Niveau

Das ist nicht schlecht – aber eben auch nicht Klassenbestwert.

Bild 13

Akku clever verbaut, aber nicht überlegen

Die 74-kWh-Batterie ist flach konstruiert, was für einen niedrigen Fahrzeugboden sorgt. Technisch interessant, im Alltag aber kein Gamechanger.

Das größere Problem liegt beim Laden: rund 38 Minuten von 10 auf 80 %

Und genau hier verliert der MGS6 klar gegen den Enyaq oder moderne Konkurrenz. Gerade auf Langstrecke wird das spürbar.

Bedienung: viel richtig, ein paar unnötige Umwege

Im Innenraum liefert MG ein ziemlich komplettes Paket. Zwei Displays, hochwertige Materialien, viele physische Tasten – das ist angenehm und alltagstauglich.

Bild 16

Auch bei der Ausstattung wird nicht gekleckert:

  • Head-up-Display serienmäßig
  • Sitzheizung und Belüftung
  • großes Glasdach
  • Soundsystem mit 11 Lautsprechern

Das Problem liegt eher im Detail. Die Rekuperation und das One-Pedal-Driving sind nicht direkt zugänglich, sondern teilweise im Menü versteckt. Das wirkt unnötig umständlich – gerade bei einem Auto, das sonst auf Alltag ausgelegt ist.

Bild 15

Preis: genau hier wird es kritisch

Der Einstieg:

  • 49.990 € (RWD)
  • 53.990 € (AWD)

Damit liegt der MGS6 ziemlich genau auf Augenhöhe mit etablierten Alternativen.

Und genau das ist das Problem. Ein Skoda Enyaq bietet mehr Reichweite und schnelleres Laden, ein Tesla Model Y ist teilweise deutlich günstiger und effizienter. MG kontert das mit Ausstattung und Platz – aber ob das reicht, hängt stark vom Käufer ab. Grade diese beiden Alternativen sind am deutschen Markt starke Player.

Bild 12

Viel Auto fürs Geld – aber nicht das beste Gesamtpaket

Der MGS6 macht vieles richtig. Platz, Ausstattung, Komfort – alles auf einem hohen Niveau. Gerade im Alltag kann das Fahrzeug überzeugen, weil es wenig Kompromisse bei Nutzwert und Innenraum macht.

Aber in den entscheidenden Disziplinen fehlt irgendwie der letzte Schritt.

Reichweite gut, aber nicht führend.
Ladeleistung okay, aber spürbar langsamer.
Effizienz solide, aber nicht stark genug.

Und genau deshalb fühlt sich der MGS6 am Ende nicht wie die erste Wahl an – sondern wie eine Alternative, die man sich anschaut, wenn einem die anderen nicht ganz passen. Das ist okay, denn Autos sind immer mehr als ihre technischen Daten.