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Volkswagen könnte chinesische Elektroautos nach Europa bringen

Volkswagen bereitet sich angeblich darauf vor, ausgewählte Elektroautos aus seiner chinesischen Modellpalette auch nach Europa zu bringen. Markenchef Thomas Schäfer bestätigte auf dem Pariser Autosalon gegenüber Autocar, dass der Hersteller entsprechende Importe prüft. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, bestehende europäische Modelle zu ersetzen, sondern Lücken im Angebot zu schließen.

Volkswagen schaut auf seine China-Modelle

Volkswagen hat sein Entwicklungstempo in China in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Gemeinsam mit lokalen Partnern entstehen dort Elektroautos, die speziell auf den hart umkämpften chinesischen Markt zugeschnitten sind. Ein wichtiger Faktor sind dabei die Kosten: Laut Schäfer hat Volkswagen Material- und Entwicklungskosten in China innerhalb der vergangenen zwei Jahre deutlich reduziert.

Von diesem Know-how könnte künftig auch Europa profitieren. Die Entwicklungsabteilungen in China und Europa arbeiten nach Angaben des VW-Chefs eng zusammen. Bislang wurde die neue Technik allerdings noch nicht in größerem Umfang für europäische Modelle oder Exporte genutzt.

Erste Exporte starten außerhalb Europas

Zunächst exportiert Volkswagen in China entwickelte Fahrzeuge in Märkte, die sich leichter aus China beliefern lassen. Schäfer nennt unter anderem Australien, den Nahen Osten und Länder des globalen Südens.

Europa könnte später folgen. Volkswagen bereitet sich laut Schäfer darauf vor, ein oder mehrere Fahrzeuge aus China einzuführen. Denkbar wären zunächst ausgewählte Importe, mit denen der Hersteller testen könnte, wie solche Modelle bei europäischen Kunden ankommen.

ID. Unyx 09 als Kandidat für Europa

Ein möglicher Kandidat ist der ID. Unyx 09. Die große elektrische Limousine wurde gemeinsam mit dem chinesischen Volkswagen-Partner Xpeng entwickelt und gehört zu einer neuen Generation von Fahrzeugen, die deutlich schneller und kostengünstiger entstehen sollen als bisherige VW-Modelle.

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VW ID. UNYX 09

Auch größere SUV könnten interessant werden. Autocar nennt unter anderem den rund 4,8 Meter langen ID. Aura T6, der oberhalb des kleineren ID. Tiguan positioniert werden könnte und vielleicht sogar als neue ID. Touareg zum Einsatz käme. Damit hätte Volkswagen beispielsweise ein zusätzliches Modell für das Segment großer elektrischer Premium-SUV.

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VW ID. Aura T6
VW ID. AURA T6

Der riesige ID. Era dürfte es schwer haben

Nicht jedes chinesische VW-Modell eignet sich für Europa. Schäfer nennt selbst den ID. Era als Beispiel. Mit rund 5,20 Metern Länge sei das SUV für europäische Verhältnisse technisch beziehungsweise konzeptionell sehr groß. Ein reguläres europäisches Modell dieser Art würde Volkswagen deshalb wahrscheinlich nicht eigens entwickeln.

Gerade bei solchen Nischen könnte ein Import aus China dennoch interessant sein. Volkswagen könnte Fahrzeuge anbieten, für die sich eine eigenständige europäische Entwicklung wegen der erwarteten Stückzahlen nicht rechnen würde.

Auch Produktion in Deutschland bleibt ein Thema

Langfristig muss ein in China entwickelter Volkswagen zudem nicht zwangsläufig aus China importiert werden. Bereits zuvor waren Überlegungen bekannt geworden, chinesisch entwickelte Modelle künftig in europäischen beziehungsweise deutschen Werken zu produzieren.

Das wäre eine bemerkenswerte Umkehr der bisherigen Richtung: Jahrzehntelang wurden europäische Volkswagen für China angepasst. Künftig könnten Modelle und Technologien, die zuerst für den chinesischen Markt entwickelt wurden, ihren Weg nach Europa finden. Noch ist keine konkrete europäische Markteinführung bestätigt. Dass Volkswagen sich darauf vorbereitet, hat Schäfer nun jedoch deutlich gemacht.

Quelle: Autocar