Renault schickt den Scenic E-Tech umfassend überarbeitet ins neue Modelljahr. Der elektrische Familienwagen erhält zwei neue Batterieoptionen, kürzere Schnellladezeiten und zusätzliche Assistenz- und Komfortfunktionen. Außerdem ziehen der KI-Sprachassistent Google Gemini sowie ein kabelloses Qi2-Ladegerät in das Fahrzeug ein.
Den Antrieb übernimmt weiterhin ein Elektromotor mit 218 PS. Die größte technische Änderung betrifft die Energiespeicher: Neben einer 89 kWh großen NMC-Batterie bietet Renault künftig auch einen neuen LFP-Akku mit 67 kWh an. Die Preise für den aktualisierten Renault Scenic E-Tech elektrisch beginnen bei 37.590 Euro.

Bis zu 632 Kilometer Reichweite
Die neue Long-Range-Ausführung ist mit einer 89-kWh-Batterie auf NMC-Basis ausgestattet. Mit ihr erreicht der Scenic eine WLTP-Reichweite von bis zu 632 Kilometern. Damit eignet sich das 4,47 Meter lange Elektroauto noch stärker für längere Reisen.
Auch die Ladezeit wurde verkürzt. An einer geeigneten Gleichstrom-Ladestation nimmt der Scenic in der Long-Range-Version maximal 150 kW auf. Der Ladehub von 15 auf 80 Prozent soll damit 28 Minuten dauern. Nach Angaben von Renault entspricht dies einer Verkürzung um rund 25 Prozent gegenüber der bisherigen Ausführung.
Das Fahrzeug wiegt je nach Konfiguration rund 1.900 Kilogramm. Der kombinierte Stromverbrauch wird mit 16,6 bis 17,3 kWh je 100 Kilometer angegeben.
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Neuer LFP-Akku als günstigere Alternative
Zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt eine Comfort-Range-Version mit 67-kWh-LFP-Batterie das Angebot. Ihre Reichweite beträgt bis zu 459 Kilometer nach WLTP. Für den Ladevorgang von 15 auf 80 Prozent nennt Renault eine Dauer von 24 Minuten – ebenfalls rund 25 Prozent weniger als bisher.
Die maximale DC-Ladeleistung soll bei dieser Variante auf 165 kW steigen. Damit liegt sie trotz der kleineren Batterie über dem Spitzenwert der Long-Range-Ausführung.
Der neue LFP-Akku wird bereits im überarbeiteten Megane E-Tech eingesetzt. Renault verwendet eine Cell-to-Pack-Konstruktion, bei der die Batteriezellen ohne klassische Modulstruktur direkt in das Batteriegehäuse integriert werden. Die 232 dicht gepackten Zellen sollen einen Raumnutzungsgrad von 53 Prozent ermöglichen.
LFP-Batterien kommen ohne Nickel und Kobalt aus. Sie gelten als vergleichsweise robust und kostengünstig, besitzen jedoch üblicherweise eine geringere Energiedichte als NMC-Akkus. Renault positioniert die neue 67-kWh-Version deshalb als preislich attraktive und alltagstaugliche Alternative.
Google Gemini zieht in den Scenic ein
Auch das Infotainmentsystem OpenR Link erhält neue Funktionen. Neben dem bisherigen Google Assistant steht künftig Google Gemini als optional aktivierbarer Sprachassistent zur Verfügung. Das KI-System versteht natürlich formulierte und komplexere Anfragen und kann kontextbezogene Antworten liefern.
Google Maps bekommt zusätzliche Filtermöglichkeiten für die Suche nach Ladestationen. Ladepunkte entlang der berechneten Route lassen sich unter anderem nach Betreiber, Ladeleistung und unterstützter Zahlungsmethode auswählen.
Für heruntergeladene Apps stellt Renault drei Jahre lang monatlich zwei Gigabyte Datenvolumen bereit. Bei einem Leasingvertrag über Mobilize Financial Services gilt das Angebot alternativ bis zum Vertragsende. Das enthaltene Volumen soll beispielsweise für etwa 40 Stunden Audiostreaming oder bis zu drei Stunden Videostreaming reichen.
Smartphones können über eine neue induktive Ladeschale nach dem Qi2-Standard geladen werden. Bei kompatiblen iPhones wird MagSafe unterstützt. Die Technik soll eine schnellere drahtlose Energieübertragung ermöglichen und eine übermäßige Erwärmung des Smartphones verhindern.
Verbesserte Assistenzsysteme
Renault entwickelt außerdem die adaptive Geschwindigkeitsregelung und den optionalen Active Driver Assist weiter. Eine neue Multi-Target-Funktion kann mehrere Fahrzeuge gleichzeitig erfassen. Dadurch soll das System früher erkennen, wenn andere Verkehrsteilnehmer einscheren, abbiegen oder ihre Geschwindigkeit reduzieren.
Die Fahrzeugdarstellung im Display wurde ebenfalls überarbeitet. Erkannte Verkehrsteilnehmer sollen nun realistischer und übersichtlicher angezeigt werden. Die Erkennung kurzfristiger Abweichungen von der Fahrspur arbeitet schneller und steht bis zu einer Geschwindigkeit von 70 km/h zur Verfügung.
Reagiert der Fahrer nicht mehr, kann der Nothalteassistent den Scenic selbstständig bis zum Stillstand abbremsen. Ergänzt wird das Angebot durch den Predictive Eco Driving Assistant. Er verwendet Navigationsdaten zu bevorstehenden Kurven, Kreisverkehren und Kreuzungen und gibt Empfehlungen für eine möglichst effiziente Fahrweise. Renault stellt dadurch eine Verbrauchsreduzierung um bis zu sechs Prozent in Aussicht.
Neu ist zudem ein intelligenter Modus für das Multi-Sense-System. Dieser wechselt abhängig von Fahrsituation und Fahrstil automatisch zwischen Eco, Comfort und Sport.
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Kamera erkennt Fahrer und aktiviert Einstellungen
Alle Versionen erhalten eine erweiterte Fahrerüberwachung. Eine Innenraumkamera erkennt Hinweise auf Müdigkeit und Ablenkung. Darüber hinaus kann das System den Fahrer identifizieren und anschließend hinterlegte Einstellungen laden.
Abhängig von der Ausstattung betrifft das unter anderem die Sitzposition, das Multimediasystem, die Navigation und die Ambientebeleuchtung. Auch Safety Score und Safety Coach wurden weiterentwickelt. Die Aufmerksamkeit des Fahrers fließt nun in die Bewertung ein. Ein zusätzlicher Safety Monitor zeigt während der Fahrt Hinweise auf dem Zentraldisplay an.
Neue Sitze, Farben und Räder
In der Ausstattung Techno verbaut Renault neue Sitze mit höherem Komfort und besserer Unterstützung. Die Bezüge bestehen aus PET-Gewebe mit einem Anteil von mehr als 95 Prozent recyceltem Garn. Auch am Armaturenbrett kommen neue Oberflächen und Ziernähte zum Einsatz.
Die Ausstattung Esprit Alpine erhält Verkleidungen mit einem je nach Lichteinfall wechselnden Titanspektral-Effekt. Bei der Version Iconic stehen weiterhin zwei Innenraumfarben zur Wahl.
Das Lackangebot umfasst künftig sieben Farbtöne. Neu sind Schiefer-Blau Satiniert und Mineral-Grau. Außerdem erweitert Renault das Programm um neue Räder in 19 und 20 Zoll.
Mehr Stauraum durch zusätzliche Gepäckbox
Für Familien und Reisende führt Renault neues Zubehör ein. Dazu gehören ein doppelter Kofferraumboden, zusätzliche Ablageboxen für den Innenraum, ein Organizer für die Mittelkonsole und Zubehör für den Transport von Haustieren.
Eine auf der Anhängerkupplung montierte Aero Cargo Box vergrößert das Ladevolumen um 310 Liter. Der reguläre Kofferraum fasst 545 Liter. Durch die strömungsgünstige Position hinter dem Fahrzeug soll die Box die Reichweite nur geringfügig beeinflussen.
Der Scenic E-Tech elektrisch wird weiterhin im französischen Douai gebaut. Dort erfolgt auch die Montage der Batterie. Die Batteriezellen stammen aus Polen, während Renault den Elektromotor im französischen Werk Cléon produziert.
Quelle: Renault










