Retro kann jeder? Nicht ganz. Alpine zeigt auf dem Pariser Autosalon 2026 mit der A310 Vision, wie eine moderne Interpretation eines französischen Sportwagenklassikers aussehen könnte. Flache Front, markante Keilform, futuristische Lichtsignatur und ein elektrischer Antrieb: Die Studie verbindet Erinnerungen an die 1970er-Jahre mit einem Ausblick auf die elektrische Zukunft der Marke.
Und ganz nebenbei erinnert sie daran, dass Alpine früher mehr im Programm hatte als nur die A110.

Eine Hommage an die Alpine A310
Die historische Alpine A310 wurde 1971 vorgestellt und bis 1985 gebaut. Als größerer und komfortablerer Bruder der A110 sollte sie sportliche Fahrleistungen mit einer gewissen Alltagstauglichkeit verbinden. Besonders die späteren V6-Versionen mit ihrer flachen Silhouette und der charakteristischen Frontpartie sind heute bei Liebhabern französischer Sportwagen begehrt.
Genau diese gestalterischen Merkmale greift die A310 Vision auf. Die lang gezogene, niedrige Karosserie, das flach auslaufende Heck und die keilförmige Seitenansicht erinnern deutlich an das Original. Trotzdem wirkt die Studie nicht wie ein restaurierter Klassiker mit modernen Scheinwerfern.
Vielmehr zeigt Alpine, wie sich die ursprünglichen Proportionen in eine zeitgemäße Designsprache übertragen lassen.

Elektrisch statt V6
Während die historische A310 zunächst von einem Vierzylinder und später von einem V6-Motor angetrieben wurde, ist die neue Vision auf die elektrische Zukunft ausgerichtet.
Alpine entwickelt mit der Alpine Performance Platform (APP) derzeit eine eigene Architektur für elektrische Sportwagen. Sie soll zunächst bei der kommenden A110 zum Einsatz kommen und anschließend weitere Modelle ermöglichen.
Auch ein größerer Sportwagen mit 2+2-Sitzkonfiguration ist vorgesehen. Das würde grundsätzlich gut zur historischen Rolle der A310 passen, die gegenüber der A110 mehr Platz und Alltagstauglichkeit bot.
Welche technischen Daten eine mögliche Serienversion erhalten könnte, bleibt allerdings offen. Verbindliche Angaben zu Motorleistung, Batteriekapazität, Reichweite oder Fahrleistungen liegen für die A310 Vision nicht vor.
Nur 1,18 Meter hoch: Flacher geht es kaum
Bei den Abmessungen lässt Alpine keinen Zweifel daran, dass die A310 Vision ein reinrassiger Sportwagen sein soll. Die Studie misst 4,55 Meter in der Länge, 2,03 Meter in der Breite und gerade einmal 1,18 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2,45 Meter.
Besonders auffällig ist die Kombination aus silberner Aluminiumkarosserie und schwarzen Flächen im unteren Fahrzeugbereich. Die Räder besitzen ein dreieckiges Design, das an die geschlossenen Felgen früher A310-Modelle erinnert.
Die Scheinwerfer sind nahezu unsichtbar in die Front integriert. Erst beim Aktivieren werden sie durch einen sogenannten Pop-down-Effekt sichtbar. Dazu kommen eine Luftführung in der Motorhaube, ein zweigeteilter Heckflügel und lamellenförmige Rückleuchten, die gleichzeitig aerodynamische Aufgaben übernehmen.
Auch das Cockpit geht eigene Wege. Unter einer halbtransparenten Kuppel befinden sich organisch geformte Sitze, auffällige Farbkontraste und klassische Bedienelemente, deren Gestaltung an hochwertige Hi-Fi-Geräte erinnert.
Keine Serienproduktion geplant
So spektakulär die A310 Vision auch aussieht: Alpine betont ausdrücklich, dass es sich um eine eigenständige Designstudie handelt und nicht um die Ankündigung eines Serienfahrzeugs.
Die Studie soll vielmehr zeigen, welche gestalterischen Möglichkeiten die neue Plattform bietet und wie Alpine seine historischen Modelle interpretieren könnte.
Das ist einerseits schade. Andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass ein begeisternd aufgenommenes Konzeptfahrzeug später doch noch Einfluss auf ein Serienmodell nimmt.
Und mal ehrlich: Ein flacher, leichter Elektro-Sportwagen mit der Silhouette einer klassischen Alpine A310 wäre doch eine ziemlich reizvolle Alternative zu den vielen elektrischen SUVs.




