VW ID Arteon 12

VW ID. Arteon: Früher der schickere Passat, heute der schickere ID. 7?

Der VW Arteon war für uns immer der schönere Passat. Flacher, sportlicher und mit einer ordentlichen Portion Eleganz. Ein neuer, rein elektrischer ID. Arteon könnte genau dort anknüpfen – und dem aktuellen klar ID. 7 ud bestimmt auch einem kommenden VW ID. Passat die Schau stehlen.

VW ID Arteon 05

Es gibt Autos, bei denen man sich fragt, warum der Hersteller sie eigentlich eingestellt hat. Der VW Arteon gehört für uns definitiv dazu. Während der Passat vor allem als praktischer Dienstwagen und Familienkombi Karriere machte, durfte der Arteon zeigen, dass Volkswagen auch richtig elegante Autos bauen kann. Lange Motorhaube, fließende Dachlinie, breite Schultern und eine rahmenlose Fensteroptik: Das hatte schon was.

Wie wäre es also mit einer Neuauflage? Nicht als Verbrenner, sondern als rein elektrischer VW ID. Arteon. Die hier gezeigten, fiktiven Entwürfe von Sezer Design liefern eine ziemlich überzeugende Antwort.

VW ID Arteon 09

Ein Arteon, wie wir ihn uns heute wünschen würden

Der Entwurf greift die Grundidee des ursprünglichen Arteon auf und übersetzt sie in die aktuelle VW-Designsprache. Besonders auffällig ist die lange, flache Silhouette mit der sanft abfallenden Dachlinie. Dazu kommen große Räder, kurze Überhänge und eine betont breite Karosserie.

Vorn verbinden schmale LED-Scheinwerfer und ein durchgehendes Leuchtenband die beiden Fahrzeugseiten. Die kräftig modellierte Frontschürze verleiht dem Wagen einen sportlichen Auftritt, ohne dabei übertrieben aggressiv zu wirken.

Auch das Heck kann sich sehen lassen. Ein durchgehendes Rückleuchtenband, eine dezente Spoilerlippe und ein markanter Diffusor sorgen für einen eigenständigen Abschluss.

Das Ergebnis wirkt wie eine Mischung aus viertürigem Coupé und sportlicher Reiselimousine. Genau das war schließlich schon die Stärke des ersten Arteon.

VW ID Arteon 11

Die Technik des ID.7 wäre eine gute Grundlage

Für einen möglichen ID. Arteon müsste Volkswagen das Rad natürlich nicht neu erfinden. Die technische Basis könnte der aktuelle ID. 7 liefern. Schließlich bringt dessen MEB-Plattform bereits vieles mit, was eine elektrische Oberklasse-Limousine benötigt.

In der Basisversion wäre ein Heckantrieb mit 286 PS denkbar. Dazu ein Akku mit rund 77 bis 86 kWh nutzbarer Kapazität, je nach Ausführung. Damit wären unter günstigen Bedingungen WLTP-Reichweiten von etwa 550 bis über 650 Kilometern vorstellbar.

Eine sportlichere Variante könnte den Allradantrieb des ID. 7 GTX übernehmen. Mit 340 PS wäre der ID. Arteon bereits ordentlich motorisiert.

Wir würden allerdings noch einen Schritt weitergehen. Warum nicht eine echte R-Version mit zwei Elektromotoren und rund 400 PS? Dazu ein sportlicher abgestimmtes Fahrwerk, größere Bremsen und eine direktere Lenkung. Damit könnte Volkswagen zeigen, dass elektrische Reiselimousinen nicht nur komfortabel, sondern auch ausgesprochen dynamisch sein können.

VW ID Arteon 16

Flacher und eleganter als der VW ID.7

Gerade beim Design könnte sich ein ID. Arteon deutlich vom ID. 7 absetzen. Während Letzterer vor allem auf Effizienz, Raumangebot und Komfort ausgelegt ist, dürfte der Arteon ruhig ein paar praktische Kompromisse eingehen.

Eine niedrigere Dachlinie, breitere Spur und sportlichere Sitzposition würden dem Wagen einen eigenständigen Charakter geben. Die Batterie im Fahrzeugboden könnte dabei für einen tiefen Schwerpunkt sorgen, auch wenn die Karosseriehöhe durch das Akkupaket gewisse Grenzen hätte.

Entscheidend wäre, dass Volkswagen nicht einfach einen ID. 7 mit anderer Front gestaltet. Ein neuer Arteon müsste eigenständig wirken, mit einer deutlich emotionaleren Linienführung und einer Portion Gran-Turismo-Charakter.

Die gezeigten Entwürfe machen jedenfalls deutlich, wie gut das funktionieren könnte.

Innenraum mit mehr Charakter

Auch der Innenraum dürfte sich gerne vom nüchternen Auftritt mancher aktueller VW-Modelle lösen. Sezer Design zeigt ein modernes Cockpit mit breiter Displaylandschaft, zusätzlichem Touchscreen in der Mittelkonsole und sportlich geformtem Lenkrad.

Wir würden uns allerdings wünschen, dass Volkswagen bei einem solchen Modell wieder mehr Wert auf klassische Bedienbarkeit legt. Ein paar echte Tasten für wichtige Funktionen, hochwertige Materialien und bequeme Sportsitze würden gut zum Charakter passen.

Dazu eine niedrige Sitzposition und ein großzügiges Raumgefühl. Schließlich sollte ein ID. Arteon nicht nur gut aussehen, sondern auch auf langen Autobahnetappen überzeugen.

VW ID Arteon 06

Was dürfte ein VW ID. Arteon kosten?

Würde Volkswagen einen solchen Wagen tatsächlich anbieten, müsste er sich preislich oberhalb des ID. 7 positionieren. Denkbar wäre ein Einstieg bei etwa 60.000 Euro, während eine besonders leistungsstarke R-Version durchaus 75.000 Euro oder mehr kosten könnte.

Ob der Markt für ein weiteres großes Elektroauto mit VW-Logo ausreichend Nachfrage bieten würde, ist allerdings fraglich. Gerade in dieser Preisklasse konkurrieren die Wolfsburger mit etablierten Premiummarken.

Andererseits hätte ein ID. Arteon einen Vorteil: Er müsste nicht versuchen, besonders praktisch oder vernünftig zu sein. Dafür gibt es schließlich den ID.7 und den Passat.

Volkswagen, bitte mehr Mut!

Der ursprüngliche Arteon war vielleicht nie der ganz große Verkaufsschlager. Aber er war eines jener Autos, die man sich auch dann gerne anschaute, wenn man sie gar nicht kaufen wollte.

Und genau solche Fahrzeuge fehlen Volkswagen unserer Meinung nach inzwischen ein wenig.

Ein elektrischer ID. Arteon könnte diese Lücke schließen. Mit der Technik des ID.7, einer deutlich sportlicheren Karosserie und einem eigenständigen Charakter hätte Volkswagen ein attraktives viertüriges Elektro-Coupé im Programm.

Ob sich das wirtschaftlich rechnen würde, steht auf einem anderen Blatt. Aber wenn wir uns die Bilder von Sezer Design anschauen, sind wir uns ziemlich sicher: Wir würden einen ID. Arteon jederzeit einem ID.7 vorziehen.

Denn manchmal darf ein Auto einfach nur schön sein.

Galerie

Bilder: Sezer Design