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H.Essers kauft 20 Elektro-Lkw von MAN und Mercedes-Benz

Der belgische Logistikkonzern H.Essers stockt seinen Fuhrpark um 20 batterieelektrische Lastwagen auf. Die Fahrzeuge stammen zu gleichen Teilen von MAN und Mercedes-Benz Trucks. Damit wächst die Elektro-Lkw-Flotte des Unternehmens auf 31 Fahrzeuge. Für H.Essers ist das ein weiterer Schritt vom Pilotbetrieb hin zum regulären Einsatz im Transportgeschäft.

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Ein paar elektrische Lastwagen für einen Testbetrieb sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Spannend wird es, wenn eine Spedition die Technik in größerem Umfang in ihre Tourenplanung einbindet. Genau das macht H.Essers jetzt: Nach ersten Praxiserfahrungen mit sechs E-Lkw folgen 20 weitere Fahrzeuge deutscher Hersteller.

Je zehn E-Lkw von MAN und Mercedes-Benz

Die neuen Fahrzeuge sollen vor allem von den belgischen Standorten des Logistikunternehmens aus eingesetzt werden. Nach Angaben von H.Essers erreichen die Mercedes-Lkw je nach Ausführung zwischen 525 und 575 Kilometer, während für die MAN-Fahrzeuge 400 bis 450 Kilometer genannt werden. Genaue Modellbezeichnungen hat das Unternehmen in der Mitteilung nicht spezifiziert.

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Unter günstigen Bedingungen sollen die Lastwagen beider Hersteller innerhalb von etwa 90 Minuten wieder aufgeladen werden können. Welche Ladeleistung dabei jeweils genutzt wird und von welchem auf welchen Ladestand geladen wird, geht aus den Angaben nicht hervor.

Vom Praxistest in den regulären Logistikbetrieb

Der Kauf folgt auf ein Pilotprojekt aus dem vergangenen Jahr. Dabei setzte H.Essers sechs Elektro-Lkw von drei verschiedenen Herstellern im täglichen Betrieb ein. Die Erfahrungen mit Reichweite, Ladeplanung und Einsatzmöglichkeiten bildeten die Grundlage für die jetzige Erweiterung.

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Das Unternehmen mit Sitz im belgischen Genk verfügte nach eigenen Angaben Anfang 2025 über rund 1.420 Lkw. Bis 2030 soll der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge auf etwa 15 Prozent steigen. Gemessen an dieser damaligen Flottengröße wären das gut 200 Elektro-Lkw. Die nun erreichten 31 Fahrzeuge sind also ein Zwischenstand, nicht das Ende des Umbaus.

2,7 Megawatt Ladeleistung an zwei Standorten

Mit den Fahrzeugen wächst auch die Energieversorgung. An den Standorten Genk in Belgien und Bergen op Zoom in den Niederlanden erweitert H.Essers die installierte Ladeleistung auf zusammen 2,7 Megawatt. Für eine Spedition ist das entscheidend: Selbst leistungsfähige Elektro-Lkw bringen wenig, wenn sie während ihrer Standzeiten nicht zuverlässig geladen werden können.

H.Essers hat deshalb ein unternehmensweites Energiemanagement mit dem Namen Synchro Grid eingeführt. Das System soll Stromerzeugung, Verbrauch und Speicherung aufeinander abstimmen. Langfristig möchte der Logistiker seine Standorte zu flexiblen Energiezentren weiterentwickeln. Neben den Lastwagen werden auch Flurförderzeuge, Pkw sowie Heiz- und Kühlsysteme in die Elektrifizierungsstrategie einbezogen.

Bis 2030 sollen die Flottenemissionen um 42 Prozent sinken

Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die Treibhausgasemissionen seiner eigenen Transportflotte bis 2030 um 42 Prozent zu reduzieren. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen setzt H.Essers dabei auf effizientere Abläufe, die Kombination verschiedener Verkehrsträger, erneuerbare Energien und alternative Kraftstoffe.

Aktuell fahren die Elektro-Lkw überwiegend in Belgien und den Niederlanden. H.Essers prüft jedoch, wie sich die Technik auf weitere Länder und Geschäftsbereiche seines europäischen Netzwerks übertragen lässt. Die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb sollen zeigen, welche Strecken und Transportaufgaben sich besonders gut elektrifizieren lassen.

Elektro-Lkw müssen sich im Alltag beweisen

20 zusätzliche Elektro-Lkw verändern den europäischen Güterverkehr noch nicht grundlegend. Für ein Unternehmen mit mehr als tausend Lastwagen ist die Entscheidung dennoch bemerkenswert: H.Essers kauft nicht auf Verdacht, sondern auf Basis eigener Betriebserfahrungen. Entscheidend wird nun sein, ob sich Reichweiten, Ladezeiten und Kosten auch bei wachsender Fahrzeugzahl zuverlässig in die Logistik integrieren lassen.

Quelle: H. Essers