Mit dem Torcal bringt Bentley sein erstes reines Elektroauto auf den Markt – ein Crossover, der technisch eng mit dem Porsche Cayenne Electric verwandt ist, sich aber deutlich eigenständiger positionieren soll. Wir haben die verfügbaren Informationen aus einer ersten Mitfahrt vor dem Marktstart für euch eingeordnet. Wichtig vorab: Es handelt sich noch nicht um einen abschließenden Test, sondern um einen ersten technischen Einblick – entsprechend vorsichtig sind einige unserer Einschätzungen zu lesen. Wir gehen trotzdem in die Details!
Reichweite: über 600 Kilometer, realistisch gemessen
Der Torcal nutzt die Plattform Premium Plattform Electric (PPE) und teilt sich wesentliche Komponenten mit dem Porsche Cayenne Electric, darunter die 113 kWh große Batterie mit 192 Pouchzellen. Bentley gibt eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern an – ermittelt bei Vollausstattung, damit der Wert möglichst nah an der Praxis liegt. Ob dieser Wert dem WLTP-Zyklus oder bereits realistischeren Bedingungen entspricht, geht aus den vorliegenden Informationen nicht eindeutig hervor. Das ist an dieser Stelle also eine offene Frage, die wir nicht einfach überspielen wollen.
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Ladeleistung: bis zu 400 kW
Geladen werden kann der Torcal mit bis zu 400 kW, was laut Hersteller für eine Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten sorgen soll. Zur genauen Ladekurve, also wie lange sich diese Spitzenleistung tatsächlich hält, liegen uns keine weiteren Angaben vor – hier bleibt entsprechend Vorsicht geboten, bis unabhängige Messungen vorliegen.
Preis-Leistung: noch keine Einordnung möglich
Zu Verbrauch und Preis macht die vorliegende erste Vorstellung leider keine Angaben. Bei einem Fahrzeug mit 653 kW beziehungsweise 888 PS, 1.350 Nm Drehmoment und rund 2,7 Tonnen Gewicht dürfte ein sparsamer Alltagsverbrauch ohnehin nicht das zentrale Kaufargument sein. Sobald Bentley den Preis kommuniziert, tragen wir diesen Punkt nach – aktuell können wir dazu ehrlicherweise keine verlässliche Einschätzung liefern.
Platz und Komfort: viele durchdachte Details
Zum Innenraum liegen uns vor allem Komfortdetails vor, konkrete Angaben zu Kofferraumvolumen oder Innenraummassen nennt die Quelle nicht. Trotz der serienmäßig verbauten 22-Zoll-Räder soll der Komfort laut Hersteller nicht leiden. Besonders sind einige clevere Details: Die Tür schließt automatisch, sobald der Sicherheitsgurt angelegt wird, und Kameras erkennen den Fahrer, um dessen persönliche Einstellungen automatisch zu laden. Assistenzsysteme der Stufe Level 2+ sind ebenfalls an Bord, dazu ein automatisiertes Einparkmanöver über maximal 200 Meter mit drei wählbaren Geschwindigkeitsstufen (3,22 km/h, 6,44 km/h und 9,66 km/h) – allerdings nur, wenn die fahrende Person im Auto bleibt.
Bedienkonzept: bewusst gegen den Bildschirm-Trend
Beim Bedienkonzept geht der Torcal einen interessanten Weg: Statt auf grosse Touch-Displays zu setzen, verbaut Bentley bewusst fein klickende Drehknöpfe – ein Ansatz, den die Marke selbst „Phygital“ nennt, aus Physical und Digital zusammengesetzt. Für alle, die haptische Bedienelemente gegenüber reiner Touch-Bedienung bevorzugen, könnte das ein echtes Argument sein. Wer lieber alles über den Bildschirm steuert, muss sich möglicherweise umgewöhnen.
Fahrwerk: viel Konzerntechnik, markenspezifisch abgestimmt
Beim Fahrwerk setzt der Torcal auf Luftfederung und Zweiventildämpfer mit getrennt regelbarer Zug- und Druckstufe – im Kern die aus dem Porsche-Konzern bekannte Active-Ride-Technik, die Bentley nach eigenen Angaben aber markenspezifisch angepasst hat. Auf klassische Querstabilisatoren wird verzichtet, ihre Funktion übernehmen aktive Dämpfer mit eigener Motor-Pumpen-Einheit pro Achse. Je nach Fahrmodus und Tempo verändert sich die Bodenfreiheit um bis zu 30 Millimeter, im Gelände hebt sich die Karosserie um bis zu 55 Millimeter. Ein erster Eindruck vom Beifahrersitz aus wirkte positiv, insbesondere was die Kontrolle von Aufbaubewegungen angeht – eine ausführliche Testfahrt mit eigener Fahrerposition steht aber noch aus.
Unser Fazit
Ein abschließendes Urteil zum Bentley Torcal ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht seriös möglich – dafür fehlen sowohl der Preis als auch eine ausführliche eigene Testfahrt. Was sich aber schon sagen lässt: Technisch bietet der Torcal mit über 600 Kilometern Reichweite, bis zu 400 kW Ladeleistung und einem markenspezifisch abgestimmten Fahrwerk gute Voraussetzungen. Ob sich der Umstieg gegenüber dem technisch verwandten Porsche Cayenne Electric lohnt, hängt am Ende stark vom noch unbekannten Preis und den individuellen Ansprüchen an Marke und Komfort ab. Unentschieden ist hier also ein völlig legitimes Zwischenfazit – wir bleiben dran und aktualisieren, sobald mehr bekannt ist.





