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ADAC: Bis zu 24 Prozent Ladeverlust an der Haushaltssteckdose

Elektroauto an die Steckdose, ein paar Stunden warten und fertig. Kann man machen. Besonders effizient ist diese Methode allerdings nicht. Eine Untersuchung des ADAC zeigt: Beim Laden an der normalen Haushaltssteckdose können bis zu 24 Prozent der aus dem Netz gezogenen Energie auf dem Weg in den Akku verloren gehen.

Getestet wurden unter anderem Fiat 500e, Renault Zoe, Tesla Model 3 und VW ID.3. Beim Laden über die klassische Haushaltssteckdose mit 2,3 kW lagen die gemessenen Ladeverluste zwischen rund 13 und 24 Prozent. Den Spitzenplatz – auf den vermutlich niemand besonders stolz sein dürfte – sicherte sich der Renault Zoe mit 24,2 Prozent.

Oder anders gesagt: Der Stromzähler zählt fleißig mit, im Akku kommt aber deutlich weniger davon an.

Warum verschwindet beim Laden überhaupt Strom?

Ganz verschwinden tut er natürlich nicht. Beim AC-Laden muss der Wechselstrom aus dem Stromnetz zunächst vom Onboard-Charger des Fahrzeugs in Gleichstrom für die Batterie umgewandelt werden. Dabei entstehen Verluste.

Zusätzlich müssen während des Ladevorgangs verschiedene Steuergeräte und Komponenten im Fahrzeug aktiv bleiben. Und genau hier wird das langsame Laden an der Haushaltssteckdose zum Problem.

Bei nur 2,3 kW dauert der komplette Ladevorgang entsprechend lange. Die Fahrzeugelektronik läuft währenddessen weiter und benötigt ebenfalls Energie. Je länger geladen wird, desto stärker fallen diese Verbraucher prozentual ins Gewicht.

Die Wallbox macht es deutlich besser

Wer regelmäßig zu Hause lädt, fährt mit einer Wallbox deshalb nicht nur komfortabler, sondern auch effizienter.

Durch die höhere Ladeleistung verkürzt sich die Ladezeit erheblich. Steuergeräte und andere Verbraucher müssen entsprechend kürzer aktiv bleiben und ihr Energiebedarf fällt im Verhältnis zur geladenen Energiemenge deutlich weniger ins Gewicht.

Der ADAC empfiehlt die Haushaltssteckdose daher ohnehin nur als gelegentliche Lademöglichkeit. Eine vernünftig installierte Wallbox ist für regelmäßiges Laden nicht nur effizienter, sondern auch die dafür vorgesehene und sicherere Lösung.

Schuko funktioniert also. Genauso wie man einen Swimmingpool theoretisch mit dem Gartenschlauch füllen kann. Nur weil etwas funktioniert, muss es noch lange nicht die beste Lösung sein.

Bordcomputer und Stromrechnung erzählen unterschiedliche Geschichten

Die Untersuchung zeigt außerdem einen Punkt, der bei Verbrauchs- und Kostenvergleichen gerne vergessen wird.

Zeigt das Elektroauto beispielsweise 18 kWh/100 km Verbrauch an, bedeutet das nicht automatisch, dass auch nur 18 kWh aus dem Stromnetz gezogen wurden. Der Bordcomputer erfasst die Energie, die das Fahrzeug für die Fahrt benötigt. Die beim Laden entstehenden Verluste kommen zusätzlich dazu.

Wer wissen möchte, was sein Elektroauto tatsächlich kostet, sollte deshalb nicht ausschließlich auf den Verbrauch im Fahrzeug schauen. Entscheidend ist am Ende die Energiemenge, die der Stromzähler beziehungsweise die Wallbox abrechnet.

Gerade bei regelmäßigem Laden an der Haushaltssteckdose kann der Unterschied überraschend groß sein.

Die gute Nachricht: Mit einer vernünftigen Wallbox lässt sich ein großer Teil dieser zusätzlichen Verluste vermeiden.

Quelle: ADAC – „Ladeverluste beim Elektroauto: So viel Strom geht verloren“ (Link)