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Audi A2 e-tron – Das Comeback mit Verkaufspotential

Vor gut 20 Jahren war der Audi A2 zu schlau für seine Zeit. Jetzt kommt er als reine Elektroversion zurück – nicht mehr als Alu-Experiment, sondern als aerodynamischer Reichweitenjäger mit Premium-Anspruch und einem Einstiegspreis von 38.200 Euro.

Nach dem Ende des Originals holt Audi den A2 endlich zurück und noch vor Jahresende soll der Kompakte in den Handel kommen. Nach diversen größeren Modellen taucht Audi endlich in die kompakteren Dimensionen ein. Der Einstiegspreis liegt bei 38.200 Euro und damit sortiert er sich auch preislich unter dem größeren Q4 e-tron ein. Technisch fährt der A2 sehr nah am VW ID.3 Neo, also sind wir gespannt, was Audi aus der Plattform bisher rausgeholt hat.

Nicht leicht, sondern glatt

Der alte A2 lebte vom Leichtbau. Aluminium, Magnesium, Gramm-Zählerei – Audi machte damals alles, was technisch möglich war, aber wirtschaftlich weh tat. Beim neuen A2 ist das anders. Leichtbau spielt diesmal nicht die Hauptrolle. Stattdessen setzt Audi auf den Wind.

Und genau deshalb sieht der elektrische A2 – von dem was bisher sichtbar ist – dem Original auch sehr ähnlich. Der kurze Überhang, das eingezogene Heck, dazu die rundliche Kehrseite mit einem Spoiler quer über der Scheibe. Was nostalgisch wirkt, ist vor allem funktional. Unterboden, Radhäuser und Karosseriekanten wurden so lange gebügelt, bis am Ende ein cW-Wert von 0,24 steht. Für einen Kompaktwagen ist das ein extrem guter Wert. Die Effizienzzahlen spiegeln das auch direkt wider. Audi nennt einen Normverbrauch von 12,8 bis 14,9 kWh je 100 Kilometer, bei der Vorstellung waren das keine typischen Herstellerwerte, sondern realistisch erreichbar.

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Der feine Verwandte des ID.3 Neo

Genau hier wird es spannend. Der A2 ist nicht einfach der elektrische Nachfolger einer alten Audi-Idee und neu entworfen, sondern im Kern der Konzernbruder des VW ID.3 Neo. Wir sind nicht überrascht. Plattform, Akkugrößen und Leistungsstufen bewegen sich, soweit bekannt, 1:1 beieinander. Der VW startet im Einstieg (Trend) bei 33.995 Euro, der Style (Top Variante) mit 50 kWh Akku bei 38.895 Euro. Audi beginnt mit den kommunizierten 38.200 Euro also da, wo der ID.3 Neo schon ordentlich was mitbringt.

Mit der gleichen Basis wie im Volkswagen ist auch klar, dass sich der A2 über die blanke Technik unter der Haube kaum absetzen kann. Der Vorsprung muss also woanders herkommen: bei Aerodynamik, Innenraumgefühl, Geräuschkomfort, Ausstattung, Features und jener Portion Audi-Flair, für die Kunden am Ende den Aufpreis akzeptieren sollen.

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Leise und vernünftig

Der größte Unterschied zum alten A2 zeigt sich beim Losfahren. Wo früher sparsame Diesel nagelten, herrscht jetzt Ruhe und Drehmoment.

Ein Sportwagen wird er trotzdem nicht. Bei maximal 160 km/h ist Schluss – in der gehobenen Kompaktklasse wird der A2 damit nicht zum Jäger auf der linken Spur. Hoffnung bleibt, denn für den ID.3 Neo ist bereits der GTI gelistet worden und dieser soll nach aktuellen Infos 190 – 200 km/h schaffen.

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Mehr Auto als früher

Auch beim Format hat der A2 kräftig zugelegt. Aus dem schmalen Kleinwagen wird ein kompakter Familien-Stromer. Der Radstand misst 2,77 Meter und liegt damit auf ID.3-Neo-Niveau. In der Länge kommt der Audi auf 4,30 Meter und überragt das alte Original um etwa einen halben Meter. In der Breite wächst er von 1,67 auf 1,92 Meter. So gesehen wäre dies eigentlich der A3, wenn wir den ID.3 als VW Golf mit Elektromotor sehen.

Das merkt man innen. Vorne sitzt man luftig, hinten reicht die Beinfreiheit für zwei Erwachsene. Nur beim Kofferraum und einem möglichen Frunk hält sich Audi noch bedeckt. Beim ID.3 Neo haben wir keinen Frunk und 385 Liter Kofferraum.

Premium statt Preisdrückerei

Schon der Prototyp zeigt, wohin die Reise geht: Head-up-Display, Ladeschalen mit MagSafe-Anschluss, intelligenter Tempomat und vorausschauende Rekuperation sind gesetzt. Genau hier muss Audi liefern. Denn wenn der ID.3 Neo die gleiche technische Basis günstiger oder leistungsstärker anbietet, braucht der A2 bessere Materialien, mehr Ruhe, präzisere Bedienung und das überzeugendere Gesamtgefühl. Bei der Software kennen wir von Audi, dass die Marke gern ihr eigenes Süppchen kocht. Im Covered Drive war bereits zu erkennen, dass dem Fahrer ein großes Display-Element zur Verfügung steht. Wir gehen davon aus, dass Fahrer- und Infotainmentanzeige getrennt voneinander unter einem gemeinsamen Glaspanel sitzen, ähnlich wie im aktuellen Q4 e-tron. Das Lenkrad bleibt ebenfalls Audi-typisch: hochglänzende Knöpfe, die nach Touch aussehen, es aber nicht sind.

Bei den Antrieben gibt Audi dem A2 vier Leistungsstufen mit: 125, 140, 170 und 240 kW. Die Energie liefern drei 400-Volt-Akkus mit 50, 58 oder 79 kWh. Die kleineren Varianten laden allerdings nur mit maximal 100 bis 105 kW, der Große Akku lädt mit 183 kW. Im besten Fall stehen bis zu 649 Kilometer WLTP-Reichweite im Datenblatt.

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Erster Eindruck

Der neue Audi A2 e-tron ist kein Retro-Gag. Er ist Audis Versuch, eine alte Idee endlich zur richtigen Zeit zu bringen: maximale Effizienz, Elektroantrieb, gute Aerodynamik und echtem Alltagsformat. Die größte Hürde steht allerdings im eigenen Konzernregal. Wenn der VW ID.3 Neo technisch sehr ähnlich unterwegs ist, muss Audi den A2 über Design, Effizienz, Komfort und Premium-Gefühl verkaufen – nicht über die Datenblätter. Gelingt das, könnte der A2 genau das werden, was sein Vorgänger nie war: ein richtig cleveres Auto, das auch gekauft wird.