Wie viel Fahrspaß steckt in einem elektrischen Hot Hatch – und können die Stromer klassische Kleinwagen-Sportler auf der Rennstrecke schlagen? Driven+ hat die Alpine A290 GTS und den Cupra Born VZ gegen Ford Fiesta ST und Volkswagen Polo GTI antreten lassen.
Alpine A290 vor Cupra Born VZ
Die vier Kandidaten könnten konzeptionell kaum unterschiedlicher sein. Der Cupra Born VZ bringt mit 322 PS und 545 Nm die höchste Leistung mit. Sein Heckmotor beschleunigt den knapp zwei Tonnen schweren Elektro-Kompakten in 5,7 Sekunden auf 100 km/h. Die Batterie bietet 79 kWh. Die Alpine A290 GTS tritt mit 217 PS, Frontantrieb und 52-kWh-Akku an. Sie wiegt laut Test 1.555 Kilogramm und erreicht 100 km/h nach 6,4 Sekunden.
Auf dem Papier liegen die Verbrenner näher beieinander: Der VW Polo GTI mobilisiert 204 PS aus einem 2,0-Liter-Turbobenziner und nutzt ein Doppelkupplungsgetriebe. Im Ford Fiesta ST arbeiten ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit 197 PS und ein manuelles Sechsganggetriebe. Beide Hersteller geben für den Sprint auf 100 km/h 6,5 Sekunden an. Mit rund 1.360 Kilogramm ist der Polo deutlich leichter als die Elektroautos; der Fiesta bringt sogar nur etwa 1.255 Kilogramm auf die Waage.
Rundenzeiten drehen die Papierform um
Im Rundstreckenvergleich gewinnt nicht der stärkste Wagen, sondern die Alpine. Sie benötigt für die Runde rund 52,9 Sekunden. Der Cupra folgt mit 53,65 Sekunden, knapp vor dem Polo GTI mit 53,76 Sekunden. Der Fiesta ST kommt mit 54,63 Sekunden ins Ziel. Damit liegen beide Elektroautos vor den beiden leichteren Verbrennern – und der Born VZ bleibt trotz seines deutlichen Leistungsvorsprungs hinter der kleineren Alpine.
Die Zeiten sind das Ergebnis dieses konkreten Vergleichs und kein allgemeingültiges Ranking für jede Strecke oder jede Fahrsituation. Gerade die subjektiven Eindrücke zeigen, warum die Rundenzeit allein die Charaktere nicht vollständig beschreibt: Der Fahrer Sam empfand die Alpine auf der Geraden wiederholt als wenig temperamentvoll, bewertete ihr Handling aber mit zehn von zehn Punkten. Am Ende war sie sogar sein Favorit.
Die Fiesta macht Spaß, verliert aber den Vergleich
Auch der Fiesta ST kommt im Video nicht schlecht weg. Sam störte sich vor allem an der Launch-Control und schaltete sie schlussendlich sogar ganz ab. In den Kurven gefiel ihm, wie das leichte Auto arbeitete und das kurveninnere Hinterrad abhob. Für den Spaßfaktor erhielt der Ford ebenfalls zehn von zehn Punkten. Seine starke Reputation als handlicher Hot Hatch reicht in diesem Duell dennoch nicht für eine bessere Rundenzeit.
Beim Cupra Born VZ sorgten das hohe Gewicht und wiederholte Eingriffe der Elektronik für Kritik. Gleichzeitig ließ sich sein Heck spielerisch bewegen, was dem Fahrer sichtbar Freude bereitete. Der Polo GTI wiederum überzeugte in diesem Test weniger durch seine Abstimmung: Die Elektronik und das nicht immer gewünschte Zurückschalten trübten den Fahreindruck.
Wir halten fest
Es ist schon beachtlich, dass der Wagen mit dem schlechtesten Leistungsgewicht (7,2 Kg pro PS) dieses Duell auf der Rennstrecke gewinnt (A290 GTS). Da ist schon eher interessant, dass der Spitzenreiter mit nur 6,2 KG/PS nur auf dem zweiten Platz landet (Born VZ). Und auch bei den Verbrennern gewinnt das „benachteiligte Modell (Polo GTI: 6,6 kg/PS) vor dem Wagen mit dem besseren Leistungsgewicht (Fiesta ST: 6,3 KG/PS).
Und: Es ist durchaus nachvollziehbar, dass der kleine Fiesta zum Gewinner der Herzen wird. Denn Fahrverhalten und Sound des Kleinen sind in diesem Vergleich einfach einzigartig.



